Onlinesuche : Buchverweise bei Google

Das US-Internetunternehmen Google wird künftig bei allen Suchabfragen neben Links zu Internetseiten auch Verweise auf Bücher anbieten. Volltexte aus Büchern soll es aber nicht geben.

Mainz - "Ziel ist, in jedes Suchergebnis auch Links zu Büchern einzufügen", sagte Google-Europa-Direktor Jens Redmer. Dabei arbeite Google für sein Projekt "Book Search" inzwischen mit weltweit mehr als 10.000 Verlagen zusammen.

Anders als bei dem zweiten und in der Verlagsbranche heftig umstrittenen Teil des Projekts, bei dem Google ganze Bibliotheken digitalisiert und historische Werke vollständig im Internet zur Verfügung stellt, sollen bei der Verknüpfung mit Buchtiteln nur Auszüge veröffentlicht werden, wenn diese Bücher noch vertrieben werden. "Niemand kann ein gesamtes Buch einsehen", versicherte Redmer bei einer Diskussion im Institut für Buchwissenschaft der Universität Mainz. Selbst mit mehreren gezielten Suchabfragen sollen Nutzer nicht mehr als 20 Prozent des Inhalts eines Buches einsehen können. Den Verlagen bietet Google zudem an, die Suchabfragen mit einem Onlineshop zu verknüpfen.

Streit um Urheberrechte

Weiter auch juristisch umstritten bleibt die Digitalisierung ganzer Bibliotheksbestände. Mehrere Verlage werfen Google vor, mit der Massendigitalisierung Urheberrechte zu missachten. Laut Redmer klagen in den USA derzeit fünf Verlage gegen Google. Dabei sei vor allem strittig, ob der Suchmaschinen-Betreiber urheberrechtlich geschützte Werke auch dann nicht digitalisieren und damit in die eigene Datenbank kopieren darf, wenn in der Folge nur einzelne Fragmente des Werkes im Internet abrufbar sind. "Das müssen jetzt die Gerichte entscheiden", sagte der Google-Europa-Direktor.

Ungeachtet dessen kündigte Redmer für die nächsten Jahre die Digitalisierung "mehrerer Millionen" Bücher an. Dafür will Google mit noch mehr Bibliotheken zusammenarbeiten. Partner des Projekts sind derzeit 13 Einrichtungen. In Europa sind das Bibliotheken in Oxford, Madrid und Barcelona. (tso/dpa)

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