"Oper für alle" : Netrebko begeistert auf dem Bebelplatz

Mehr als 20.000 Zuhörer haben am Samstagabend auf dem Berliner Bebelplatz Jules Massenets "Manon" auf einer Großbildleinwand miterlebt und feierten Anna Netrebko mit minutenlangen Ovationen.

Berlin - Die siebte und letzte deutsche Aufführung wurde aus der Staatsoper Unter den Linden übertragen. Der anhaltende Applaus im Saal wie im Freien galt besonders den Interpreten der beiden Hauptpartien: der russischen Sopranistin Anna Netrebko und dem brasilianischen Tenor Fernando Portari sowie Stardirigent Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin.

Portari, der an den Proben teilgenommen hatte, sprang wie auch schon an drei Vortagen für den erkrankten Rolando Villazón ein. Der ausgiebige Beifall galt aber auch dem von Eberhard Friedrich einstudierten Staatsopernchor, aus dessen Mitte kleine Rollen besetzt worden waren. Die Inszenierung des "Manon" stammt von Vincent Paterson und ist eine Koproduktion mit der Los Angeles Opera. Nach Angaben der Veranstalter fanden sich rund 20.000 Menschen in Berlins Mitte ein.

Begrüßt wurden die Freilicht-Besucher von Berlins Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) als Schirmherr des Abends und Intendant Peter Mussbach. Barenboim hatte sich in der Pause zu aller Freude kurz an einem Fenster der Staatsoper gezeigt. Die Moderation des "Public-Listening-Opern-Abends" übernahm Alfred Biolek.

Um der klammen Staatsoper trotz allem noch eine kleine Einnahme zu ermöglichen, wurde das Motto des Abends, "Oper für alle", auch mal umgedreht: "Alle für die Oper", sollte Gäste dazu anstiften, Lose einer Tombola zu kaufen, deren Erlös der Sanierung des Opernhauses zugute kommt. (tso/ddp)

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