Oper : Giuseppe Di Stefano gestorben

Eine der größten Stimmen des 20. Jahrhunderts ist tot. Er wurde zusammen mit Maria Callas berühmt. Der Tot beendet ein langes Leiden.

Stefano
Die Sängerin Maria Callas und ihr Tenor Guiseppe di Stefano waren die Stars in den großen Opernhäusern. -Foto: dpa

MailandDer Opernsänger ist am Montagmorgen friedlich in seinem Haus in der Nähe von Mailand eingeschlafen, wie seine Ehefrau bestätigt. Di Stefano wurde 86 Jahre alt. "Ich hielt seine Hand in meiner Hand, irgendwann hat er einfach aufgehört zu atmen, er hat nicht gelitten", sagte seine deutsche Frau Monika Curth.

Als Tenor der Callas erlangte er Weltruhm

Als Sohn eines Polizisten und einer Schneiderin am 24. Juli 1921auf Sizilien geboren, wächst Di Stefano in Mailand auf. Zunächst besucht er eine Jesuitenschule und widmet sich dann dem Gesangsstudium. Im Jahr 1946 gibt Di Stefano sein Debüt in Reggio Emilia in der Rolle des Des Grieux in Jules Massenets "Manon".

Nur ein Jahr später tritt er erstmals in der gleichen Rolle an der Mailänder Scala auf. Es folgen Jahre an der Metropolitan Opera in New York als Herzog von Mantua in Verdis "Rigoletto" und als Mario Cavaradossi in Puccinis "Tosca" im Londoner Covent Garden. In den 50er und 60er Jahren ist er der wohl bestbezahlte Sänger der Welt, obwohl der sechs Jahre ältere Mario del Monaco in der Gunst von Kritik und Publikum manchmal höher steht.

Bekannt wird Di Stefano vor allem durch seine häufigen Auftritte mit Maria Callas. "Der Tenor der Callas" heißt er deshalb bei seinen zahlreichen Fans. Erste stimmliche Probleme treten 1963 bei der Aufführung von Puccinis "La Bohème" am Covent Garden auf. Di Stefano muss im darauffolgenden Jahr durch einen jungen Sänger ersetzt werden: Es ist der Anfang der Karriere von Startenor Luciano Pavarotti. Kritiker werfen Di Stefano vor, seine Stimme übermäßig beansprucht zu haben, was dieser jedoch stets vehement dementiert.

In den späten Jahren führte er Regie

Mitte der 80er Jahre verabschiedet sich der Sänger von der Weltbühne. Mehrere Comeback-Versuche misslingen, so dass sich der Opernstar Ende der 80er Jahre als Sänger von den Bühnen der Welt zurückzieht. Er tritt aber noch als Regisseur hervor. 1988 inszeniert er die "Cavalleria Rusticana" Taormina. 1989 führte er beim Tourneetheater "Stagione d'Opera Italiana" mit Puccinis "La Boheme" die Regie.

2004 wird er in seinem Haus an der kenianischen Küste südlich von Mombasa überfallen. Von den Verletzungen erholt er sich nie mehr. Die Täter verletzen ihn so schwer, dass er später ins Koma fällt. Auf Wunsch seiner Frau wird er nach Italien geflogen, um ihn in der Mailänder San-Raffaele-Klinik zu behandeln. "Seither hat er immer viele Krankheiten gehabt und konnte fast nichts mehr alleine machen", sagt seine Frau. (ml/dpa)

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