OPER KONZERTANT„La donna del lago“ : Schottlands Jäger und Krieger

Uwe Friedrich

Zum Schluss durchströmen noch einmal sämtliche Gefühle die Heldin Ellen, und wie es sich in einer italienischen Belcanto-Oper gehört, macht sie gleich eine Koloratur-Arie draus. Aber auch sonst hat „La donna del lago“ jede Menge schöne Melodien zu bieten, denn gerade hier zeigte sich Gioacchino Rossini außerordentlich experimentierfreudig. Jägerchöre und kriegerische Clans umrahmen eine angemessen verworrene Handlung für drei Stunden Musik. Das kulinarische Gesangsfest wird an der Deutschen Oper leider nur konzertant dargeboten, dabei hätte man auch gut in den Kulissen von Donizettis „Lucia di Lammermoor“ spielen können: Gleicher Schauplatz (Schottland), gleicher Vorlagenautor (Walter Scott), ähnliche Figurenkonstellation. Aber die reduzierte Präsentation hat auch Vorteile: So kann das Publikum den agilen Rossini-Spezialisten Alberto Zedda besser bei der Arbeit beobachten. Und das ist immer wieder eine Freude, denn niemand kennt Rossini besser als der 79-jährige Dirigent, und kaum ein anderer erweckt dessen Musik mit solch feurigen Gesten zum Leben.

Seit der Eröffnung des neuen Hauses 1961 ist er der Deutschen Oper verbunden, doch nun will er sich aus Altersgründen auf das Rossini-Festival in Pesaro konzentrieren. Zum Abschied von seinen Berliner Fans hat er noch einmal ein Ensemble von Spitzensängern um sich geschart. An der Spitze die rumänische Mezzosopranistin Ruxandra Donose (Foto). Ihre Spezialität sind jene Bravourarien, mit denen Rossini die Zuhörer am Ende seiner Opern zuverlässig in Begeisterungstaumel versetzt. Damit nicht sämtliche Gefühle zurückbleiben, sondern nur die guten. Uwe Friedrich

Deutsche Oper, Fr 7.12.,

19 Uhr, 25-82 €

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben