Kultur : Operation Wüstensturm: Vom Einmarsch bis zur Befreiung

Kriegsgrund: Am 2. August 1990, zwei Jahre nach dem selbsterklärten Sieg über Iran, marschierte die irakische Armee in Kuwait ein. Die Begründung des irakischen Staatschefs Saddam Hussein lautete: Der Nachbar habe illegal Ölquellen in Irak angezapft. Doch das war gelogen. Bagdad wollte das Land zurückerobern, das Saddam seit langem als seine 19. Provinz bezeichnet. US-Beobachter hatten sich zu lange auf Iran als die größte Bedrohung für die Stabilität der Golfregion konzentriert. Iraks Absichten wurden unterschätzt. Doch auch Saddam unterschätzte die USA und den Westen.

Der Einmarsch in dem kleinen Emirat drohte die politisch brisante Golfregion und die weltweiten Ölmärkte zu stören. Der damalige US-Präsident George Bush erklärte daher, er werde die Aggression nicht hinnehmen. Mit Unterstützung der britischen Premierministerin Margaret Thatcher bildete Bush eine politisch-militärische Koalition. Bis Ende 1990 wurden im Rahmen der "Operation Wüstenschild" mehr als eine halbe Million Soldaten in der saudischen Wüste stationiert, 400 000 davon Amerikaner. Die Vereinten Nationen (UN) gaben Saddam Hussein bis zum 15. Januar Zeit, sich zurückzuziehen. Doch der rief die "Mutter aller Kriege" aus. Am 15. Januar unterzeichnete Bush den Kriegsbefehl und gewährte dem irakischen Diktator 24 Stunden Aufschub. Als aus Bagdad keine Reaktion kam, begann die "Operation Wüstensturm".

Kriegsverlauf: Nach dem Scheitern mehrerer Verhandlungsversuche standen sich mit Auslaufen des Ultimatums rund 700 000 alliierte und vermutlich nur 180 000 irakische Soldaten gegenüber. Am 17. Januar 1991 begann die Operation "Wüstensturm" mit schweren Bombardierungen Iraks.

18. Januar: Erste Angriffe mit irakischen Scud-Raketen auf Israel und Saudi-Arabien.

13. Februar: Ein Luftschutzbunker nahe Bagdad wird von einer alliierten Fliegerbombe zerstört. 400 Menschen sterben.

22. Februar: Die USA fordern Irak ultimativ auf, den Abzug seiner Truppen bis zum 23. Februar aus Kuwait zu beginnen.

23. Februar: US-Ultimatum läuft ab.

24. Februar: Die Alliierten beginnen die Bodenoffensive gegen irakische Stellungen.

25.-26. Februar: Die 24. US-Infanteriedivision besetzt das Tigris- und Euphrattal und schneidet Iraks Truppen den Rückzug ab.

27. Februar: Nach sieben Monaten irakischer Okkupation kehren kuwaitische Truppen in die Hauptstadt ihres Landes zurück. Bagdad erklärt am späten Abend schriftlich, die zwölf zu Irak verabschiedeten UN-Resolutionen bedingungslos zu akzeptieren.

28. Februar: Bush verkündet die Befreiung Kuwaits und ein Ende der Kämpfe. "Nur" 613 Amerikaner sind umgekommen.

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