Kultur : Operette bis unters Dach

Neue Bühnen braucht die Stadt: Berlins Staatsoper expandiert

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Eisige Atmosphäre herrschte bei der Pressekonferenz der Berliner Staatsoper – allerdings nur auf dem Thermometer: Im Magazingebäude des Musiktheaters hinterm Opernpalais gibt es noch keine Heizung. Wenn die Lagerhalle für Bühnenbilder und Dekorationen ab Ende April zur Zweitbühne des Opernhauses wird, sollen aber Mindesttemperaturen von 18 Grad erreicht werden. Mit um so wärmeren Worten preis Intendant Peter Mussbach am Donnerstag seine „Satelliten“Projekte an. Den Anfang macht „Philemon und Baucis“ nach einem Fragment von Haydn, zu dem die Dirigentin Konstantia Gourzi neue Musik geschrieben hat. Ein Podium mit 211 Plätzen schwebt bereits zwischen den Etagen der hohen Halle.

Als zweites Saisonvorhaben kommt am 15.6. Paul Abrahams „Blume von Hawaii“ heraus. Mussbach versprach, das Regieteam um Andrea Schwalbach werde experimentell mit der Operette umgehen, ohne das Stück zu desavouieren – das aber auf allen Ebenen des Magazingebäudes. Außerdem verriet er, dass die Staatsoper vorhat, in näherer Zukunft auch im Haupthaus einmal eine Operette zu wagen. Schließlich sei die Lindenoper vor allem für das Berliner Publikum da: „Intendant einer Touristenoper will ich nicht sein.“ Ebenso wenig wie er sich damit abfinden werde, dass das Musiktheaterpublikum in Berlin (derzeit rund 780000 pro Jahr) eine statische Menge darstelle. „Wir müssen das Publikum als Potenzial begreifen. Wenn es uns gelingt, mit den Satelliten neue Interessenten für das Genre zu gewinnen, kommt dies allen zugute, auch der Neuköllner Oper.“ Zumindest finanziell macht es die Lindenoper neuen Besuchern leicht: Die Ticketpreise für die „Satelliten“ beginnen bei 15 Euro. F.H.

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