Opernhaus des Jahres : Triumph für München

Bei der jährlichen Kritiker-Umfrage der Fachzeitschrift "Opernwelt" küren die Kritiker diesmal der Dirigenten Kirill Petrenko und die Münchner Staatsoper.

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Kirill Petrenko
Kirill PetrenkoFoto: dpa

München ist diesmal der große Gewinner bei der Umfrage, zu der die „Opernwelt“ alljährlich 50 nationale und internationale Kritiker bittet. Im druckfrischen Jahrbuch der Fachzeitschrift wird das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt. Dort hatte die wichtigste Neuinszenierung Premiere – Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ in der Regie von Andreas Kriegenburg –, hier spielt mit dem Bayerischen Staatsorchester das „Orchester des Jahres“, an dessen Spitze seit Herbst 2013 Kirill Petrenko steht (auch bei den „Soldaten“), der „Dirigent des Jahres“.

Es ist bereits das dritte Mal nach 2007 und 2009, dass die versammelten Klassik-Rezensenten den 1982 in Omsk geborenen Maestro mit diesem Ehrentitel auszeichnen. Und somit ist der Münchner Triumph ein klein wenig auch ein Berliner: Denn hier, an der Komischen Oper, hat sich Kirill Petrenko ab 2002 fünf Jahre lang als Chefdirigent das Rüstzeug für seine Weltkarriere erarbeitet.

Je höher sein Stern stieg, desto schweigsamer allerdings wurde der Künstler, seit langem gibt er keine Interviews mehr. Wer etwas über Kirill Petrenkos künstlerisches Credo erfahren möchte, muss nachschlagen im Tagesspiegel vom Dezember 2002. Angesprochen auf seinen unerbittlichen Probenstil, sagte er damals: „Strenge ist für mich der Gegenbegriff zu Pragmatismus. Wenn eine Passage schwer ist, kann ich sie langsamer nehmen, um dem Orchester entgegenzukommen. Wenn ich aber aus interpretatorischen Gründen davon überzeugt bin, dass sie schnell gespielt werden muss, darf ich mich nicht mit Kompromissen zufrieden geben.“

Es ist diese uneitle Hingabe an die Musik, diese Demut vor den Werken, mit der Petrenko das Publikum zu fesseln vermag. Mit akribischer Partiturexegese und seiner Wertschätzung kapellmeisterlicher Tugenden hat er sich gleichzeitig bei den Top-Orchestern der Musikmetropolen Respekt erarbeitet. Anfang Dezember wieder er wieder die Berliner Philharmoniker dirigieren.

Alle Ergebnisse der „Opernwelt“-Kritikerumfrage unter www.kultiversum.de

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