Opernkrise : "Keine schnelle Lösung"

Obwohl die drei Berliner Opern 2006 Gewinne erwirtschaftet haben, hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit vor zu viel Euphorie gewarnt. Man will weiterhin erreichen, dass sich der Bund an den Häusern beteiligt.

Berlin - "Es gibt keinen Anlass, sich zurückzulehnen", sagte Wowereit, der gleichzeitig Kultursenator ist. Noch müsse vieles geleistet werden; Berlin wolle aber auf jeden Fall alle drei Opernhäuser erhalten. Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) sagte, die Verhandlungen mit dem Bund über eine Beteiligung an den Berliner Opern seien auf gutem Weg. Erst wenn "der politische Findungsprozess" beendet sei, könne über die Struktur der Opernstiftung entschieden werden. "Ich lobe bei jeder Gelegenheit das Engagement des Bundes in Berlin", sagte Schmitz. So sei er zuversichtlich, dass der Bund sich zur Beteiligung an den Berliner Opern überzeugen lasse. Sollten die Gespräche scheitern, müsse erneut über die finanzielle Ausstattung verhandelt werden.

Erhöhung der Besucherzahlen als Ziel

Wowereit bekräftigte, dass der Vorschlag für einen "semi-stagione"-Betrieb, bei dem die einzelnen Produktionen und Gastspiele in Blöcken gezeigt werden, an der Deutschen Oper "endgültig" vom Tisch sei. Der Vorschlag des früheren Generaldirektors der Opernstiftung, Michael Schindhelm, sei im Stiftungsrat abgelehnt worden.

Der amtierende Generaldirektor der Stiftung, Stefan Rosinski, sagte, eine Erhöhung der Besucherzahlen müsse zum Kern der künftigen Reformbestrebungen gehören. Zwar steige die Platzauslastung in den drei Häuser von 68 auf 72 Prozent. Allerdings ging die Besucherzahl um 26.000 auf 700.000 sowie die Zahl der Vorstellungen von 535 (2005) auf 470 (2006) zurück. Bei der Staatsoper waren im Durchschnitt 85 Prozent aller Plätze besetzt, beim Staatsballett waren es 75 und bei der Deutschen und der Komischen Oper um die 67 Prozent. Dabei wurden 2006 mit 470 Opernvorstellungen 65 weniger Vorführungen gezeigt als im Vorjahr.

Alle drei Häuser mit Überschuss

Nach dem vorläufigen Jahresabschluss der Stiftung erzielten die Berliner Opernhäuser 2006 einen Gewinn von 4,5 Millionen Euro. Die Deutsche Oper und die Staatsoper Unter den Linden kamen jeweils auf ein Plus von 1,4 Millionen Euro. Die Komische Oper bilanzierte einen Überschuss von 800.000 Euro, beim Staatsballett lag er bei 930.000 Euro. Unter dem Dach der Opernstiftung sind die drei Häuser, die Verwaltung sowie die Werkstätten vereint. (tso/dpa)

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