Opernstar : Elisabeth Schwarzkopf gestorben

Elisabeth Schwarzkopf, eine der letzten klassischen Diven der Opernwelt, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Herbert von Karajan bezeichnete sie als "die vielleicht beste Sängerin Europas".

Wien - Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA starb die berühmte Sopranistin in der Nacht zum Donnerstag in Schruns im österreichischen Vorarlberg. Dort hatte die gebürtige Deutsche die letzten Jahre gelebt. Schwarzkopf gilt als eine der größten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts neben Maria Callas und Victoria de los Angeles. Geschätzt wurde sie vor allem wegen ihrer Interpretationen von Opern von Mozart und Richard Strauss.

Schwarzkopf wurde am 9. Dezember 1915 in der Nähe von Posen in Schlesien geboren. Schon als Kind interessierte sie sich für die Musik. Ihr Operndebüt gab sie 1938 in Berlin. Vier Jahre später wechselte sie nach Wien. Ihre Weltkarriere begann 1947 bei den Salzburger Festspielen, wo sie auf Einladung Karajans die Susanne in Mozarts "Hochzeit des Figaro" sang. Seitdem war ihr samtiges Timbre auf allen großen Bühnen zu hören. 1972 trat sie von der Bühne ab; ihren letzten Liederabend gab sie 1979 in Zürich. Danach widmete sie sich nur noch der Ausbildung. Zu ihren Schülern zählen die Baritone Thomas Hampson und Matthias Goerne.

1992 wurde Schwarzkopf, die inzwischen die britische Staatsangehörigkeit besaß, von Queen Elizabeth II. zur Dame of the British Empire gekürt. Noch im vergangenen Jahr besuchte sie die Salzburger Festspiele. Im Juni war sie von der deutschen Phono-Akademie für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.

Ihre glänzende Karriere war jedoch nicht ungetrübt. In den 90er Jahren musste sie sich wegen ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP verteidigen, die "New York Times" bezeichnete sie sogar als "Nazi Diva". Sie antwortete darauf, sie habe den Beitritt damals nur beantragt, um Sängerin bleiben zu können: "Mein ganzes Leben lang habe ich nichts anderes getan als zu singen, zu singen, zu singen". (tso/AFP)

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