Kultur : Opernstiftung: Schindhelm oder doch noch Fülle?

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Das Drama um die Berliner Opernstiftung strebt dem Finale zu: Bei seiner konstituierenden Sitzung hatte der Stiftungsrat am Dienstagabend nach allen Regeln der klassischen Dramaturgie zur Spannungssteigerung ein retardierendes Moment eingebaut: Dem Vorschlag von Kultursenator Thomas Flierl, den Basler Theaterchef Michael Schindhelm zum Stiftungsdirektor zu wählen, folgte das Gremium nicht. Stattdessen wurde beschlossen, sowohl Schindhelm zur Anhörung vorzuladen wie auch den Geschäftsführer der Frankfurter Bühnen, Bernd Fülle, der seine Kandidatur vergangenen Freitag bereits zurückgezogen hatte. Wie im vierten Akt eines Dramas üblich, wird dadurch die Auflösung des Handlungsknotens verzögert.

Flierls Pressesprecher Torsten Wöhlert erklärte am Mittwoch gegenüber dem Tagesspiegel, der Senator akzeptiere die Entscheidung und werde dafür sorgen, dass noch im November das Hearing stattfinden könne. Gleichzeitig widersprach Wöhlert einem Bericht der „Berliner Zeitung“, die behauptet hatte, es gebe eine NebenIntrige im Kampf um die Besetzung des Stiftungspostens: Staatssekretärin Barbara Kisseler sei sehr wohl darüber informiert gewesen, so Wöhlert, dass Thomas Flierl parallel zu den Verhandlungen mit Bernd Fülle auch mit Schindhelm Gespräche führte. Fülle selber erklärte gestern gegenüber der dpa: „Ich freue mich darüber, dass der Stiftungsrat der Sache nochmals nachgeht.“ Ob er sich nach dem Votum der drei Berliner Operndirektoren für Schindhelm tatsächlich vor dem Stiftungsrat präsentieren werde, ließ Fülle allerdings offen. Tsp

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