Opernstiftung : Schindhelms Reformkonzept stößt auf Ablehnung

Nach dem Intendanten der Komischen Oper, Andreas Homoki, spricht sich nun auch die Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, gegen das Konzept des scheidenden Stiftungschefs Michael Schindhelm aus.

Berlin - Die künstlerische Identität der Deutschen Oper würde völlig aufgegeben, wenn das eigene Repertoire wie gefordert auf null reduziert werde, sagte Harms. Zudem werde bei dem so genannten Semi-Stagione-Betrieb das Einnahmerisiko in unkalkulierbarem Maße erhöht. Bei bewährten Aufführungen wie etwa der "Zauberflöte" gebe es hingegen ständig die Möglichkeit, ein großes Publikum zu locken. Harms wies zudem den Vorschlag einer Generalintendanz für die drei Berliner Opernhäuser zurück.

Die Intendantin kritisierte, dass Schindhelm das Konzept nicht im Konsens mit den betroffenen Opern entwickelt habe. Die Deutsche Oper werde in nächster Zeit einen alternativen Plan erarbeiten und mit den anderen Häusern sowie den Kulturverantwortlichen in der Hauptstadt besprechen, kündigte sie an. Dabei lobte Harms die Berufung von Senatskanzleichef André Schmitz zum neuen Kulturstaatssekretär. Damit sei jemand im Amt, der die Lage der Opern verstehe.

Komische Oper-Intendant ebenfalls gegen Konzept

Das Schindhelm-Konzept sieht unter anderem vor, dass die Deutsche Oper nur noch zwei eigene Inszenierungen pro Jahr herstellt, die aber von anderen Operhäusern übernommen werden. Vier Inszenierungen würden im Gegenzug mit jeweils zwei Opernhäusern koproduziert. Der Intendant der Komischen Oper, Andreas Homoki, hatte das Konzept bereits abgelehnt und stattdessen dafür plädiert, die Opernstiftung abzuschaffen.

Die Berliner Opernstiftung vereint seit 2004 unter ihrem Dach die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Die drei Bühnen sollen kooperieren, um Kosten zu senken, aber wirtschaftlich und künstlerisch eigenständig bleiben. Damit soll die Existenz aller drei Häuser langfristig gesichert werden. (tso/ddp)

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