• Oscar-Verleihung heute Nacht: Die Favoriten auf Oscars - und unser Liveticker ab ein Uhr

Oscar-Verleihung heute Nacht : Die Favoriten auf Oscars - und unser Liveticker ab ein Uhr

Heute Nacht ist es soweit: In Los Angeles werden die Oscars vergeben. Einen Überblick über die aussichtsreichsten Kandidaten auf die berühmteste Filmtrophäe gibt es hier. Und ab ein Uhr beginnt unser Liveticker auf Tagesspiegel.de.

Tilman Strasser
Die Preise warten schon: Während der Vorbereitungen auf die diesjährige Gala stehen überlebensgroße Oscar-Trophäen auf dem Gelände. Wer die goldene Miniaturausgabe erhält, bleibt bis zur letzten Sekunde ungewiss.
Die Preise warten schon: Während der Vorbereitungen auf die diesjährige Gala stehen überlebensgroße Oscar-Trophäen auf dem...Foto: dpa

Die Gala wird sich wieder einmal selbst übertrumpfen wollen, die Damen werden um das Kleid des Abends wetteifern, die Herren um die gelassenste Miene: Vieles von der Oscar-Nacht 2015 lässt sich vorhersagen. Wer aber zwischen dem 22. und dem 23. Februar die Preise mit nachhause nehmen wird, bleibt bis zum letzten Moment ungewiss - zwar gewann schon häufig der große Favorit, genauso häufig aber ging ein hoch gehandelter Film leer aus.

Birdman gehört dieses Jahr zu den großen Favoriten: Die Broadway-Komödie von Alejandro Iñárritu ist gleich für neun Oscars nominiert - und das in den wichtigsten Kategorien, "Bestes Originaldrehbuch", "Bester Hauptdarsteller" (Michael Keaton), "Beste Regie" und "Bester Film". Hier geht´s zur Tagesspiegel-Kritik - und hier zum ausführlichen Gespräch mit dem Regisseur.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert sich Birdman voraussichtlich mit The Grand Budapest Hotel: Wes Andersons bonbonbuntes Fantasiestück erhielt ebenfalls neun Nominierungen. "Bester Film" ist ebenso darunter wie "Beste Regie", außerdem geht die Geschichte in einem ausgedachten Ungarn in Disziplinen wie Kostüm, Kamera und Szenenbild ins Rennen. Manchmal treibt es Anderson zu bunt, aber die Schauspieler retten den Film, befand der Tagesspiegel.

Mit acht Nominierungen knapp dahinter: The Imitation Game. Die an der Wirklichkeit entlang erzählte Geschichte von Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg die Verschlüsselungen der Deutschen decodierte, beeindruckt weniger durch filmischen Experimentiergeist, mehr durch solides Handwerk im Verbund mit einer packenden Geschichte. Und Benedict Cumberbatch spielt mit. Kandidat u.a. für "Bester Film" und "Bester Hauptdarsteller" - obwohl etwas mehr historische Akuratesse gutgetan hätte, wie der Tagesspiegel meint.

Überraschend etwas abgeschlagen, aber mit sechs Nominierungen immer noch in der Spitzengruppe dabei ist Boyhood, Richard Linklaters Mammutprojekt, das das Aufwachsen eines Jungen über zwölf Jahre verfolgt. Schon auf der letztjährigen Berlinale schien das Werk ein alles überstrahlender Bären-Kandidat. Für u.a. Regie, Drehbuch, Film und Schnitt könnte es jetzt mit dem Oscar klappen. Der Tagesspiegel hat dazu eine klare Meinung.

Ebenfalls sechs Trophäen visiert American Sniper an. Das Werk macht seit dem Kinostart vergangenen November in den USA Furore, sogar die First Lady klinkte sich in die Diskussionen um Clint Eastwoods Film mit ein. In Deutschland läuft der erst am 26. Februar an, deshalb gibt es noch keine Kritik - aber einen Trailer:

Ein Film über den Physiker Stephen Hawking, seine Arbeit und das Leben mit der fortschreitenden Krankheit - in schwächeren Jahrgängen wäre Die Entdeckung der Unendlichkeit womöglich ein übermächtiger Kandidat gewesen. Zu fünf Nominierungen, darunter für Eddie Redmaynes beeindruckende Darstellung Hawkings, hat es dennoch gereicht. Das Tagesspiegel-Urteil? Sehenswert.

Whiplash erzählt nicht von einer lebenden Person, sondern einer totgesagten Musik, die, glücklicherweise, noch sehr lebendig ist: Um Jazz geht es, genauer gesagt um einen Jazz-Schlagzeuger. Und mit J.K. Simmons auch um eine diabolische Lehrerfigur, die dem Film die nötige Würze verleiht. Könnte u.a. als "Bester Nebendarsteller", "Bestes adaptiertes Drehbuch" aber auch "Bester Film" gekürt werden. Der Tagesspiegel sagt: Es wäre nicht unverdient.

Die Oscar-Academy besteht zu 94 Prozent aus alten weißen Männern. Grund genug, dass der (tatsächlich) erste Film, der sich mit Martin Luther King beschäftigt, gerade mal zwei Nominierungen vorweisen kann. Findet zumindest seine Regisseurin, Ava DuVernay, die auch sonst im Gespräch kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass Selma mit der wichtigsten Trophäe als "Bester Film" ausgezeichnet wird, ist deshalb aber noch keinesfalls auszuschließen. Ein gutes Zeichen wäre es allemal.

Wir berichten in der Nacht zum Montag von der Oscar-Verleihung in einem Liveticker. Ab 1 Uhr geht's los.

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