Kultur : Ostberliner Kulturinstitutionen: Im Osten geht die Sonne auf

F. H.

Die Gebäude der Ostberliner Kulturinstitutionen sind marode, genauso marode wie die Bühnen und Museen in den anderen neuen Bundesländern. Darum bekommen die Häuser aus der ehemals sozialistischen Hälfte der Hauptstadt im Jahr 2001 auch fünf der 60 Millionen Mark aus dem "Aufbauprogramm Ost", das vom Bundeskulturministerium aufgelegt wurde. Hinter dem bis 2004 laufenden Projekt steckt die Idee, die Kommunen zu Investitionen anzuregen - werden 50 Prozent eines Vorhabens vor Ort aufgebracht, schießt Nida-Rümelins Ministerium die andere Hälfte zu. In den letzten beiden Jahren hatte sich jedoch noch niemand aus dem Ostteil um die Gelder beworben. Mit den Bundesgeldern können nun viele Vorhaben schneller realisiert werden, als es mit den knappen Berliner Mitteln bisher möglich gewesen wären. Die Staatsoper und die Kammerspiele des Deutschen Theaters dürfen endlich mit konkreten Renovierungsplanungen beginnen, das Konzerthaus wird für 400.000 Mark Stühle aufarbeiten lassen und die Akustik im Großen Saal verbessern. Der Friedrichstadtpalast bekommt ein neues Lichtstellpult für 190 000 Mark, das Puppentheater Schaubude erhält eine Schallisolierung zum Nachbarhaus.

Doch nicht nur Hochkulturtempel, auch Projekte in freier Trägerschaft profitieren von der Bund-Land-Kooperation: Die Galerie Kunstwerke bauen ihr Dachgeschoss für eine Million Mark aus, der Tränenpalast wird mit 618 000 licht- und tontechnisch auf Weltniveau gebracht. Das Tacheles leistet sich eine Sanierung der Veranstaltungsbereiche (1,074 Millionen), das Tempodrom baut für 1,7 Millionen Schallsegel ein. Der Umzug der Literaturwerkstatt in die Kulturbrauerei wird mit 1,36 Millionen unterstützt. 5,2 Millionen Mark gehen an die Stadtteilbibliotheken im Osten - für die Anschaffung von Büchern.

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