Kultur : Ostlust

Christina Tilmann

besucht die Baumwollspinnerei in Leipzig „Ein Glück, dass Sie da sind“, begrüßt die Leipziger Maerzgalerie den Besucher auf dem Gelände der Baumwollspinnerei. Ein Glück für alle Beteiligten: Denn die Maerzgalerie ist nicht die Einzige, die in diesem Frühjahr hier ein neues Quartier gefunden hat (Tagesspiegel vom 28. April) . Auch die Platzhirsche Eigen + Art , Kleindienst und Dogenhaus sind umgezogen und präsentieren sich ab heute in größeren, zum Teil fast museumsreifen Räumen (Spinnereistraße 7, Rundgang heute von 16 bis 21 Uhr. Informationen unter www.rundgang-kunst.de). „Eigen+Art“Gründer Judy Lybke begeistern vor allem seine sechs Meter hohen Räume, die für Skulpturen besser geeignet sind als die Stammgalerie in der Berliner Auguststraße. Zum Auftakt zeigt er die Installation „Die besten Jahre“ der Berliner Künstlerin und Rebecca-Horn-Schülerin Birgit Brenner (bis 3. September). Matthias Kleindienst, der zweite Global Player unter den Leipziger Galeristen, setzt mit einer Einzelausstellung des 1972 geborenen Christoph Rückhäberle weiter auf junge Maler (bis 28. Mai). Und die Galerie Dogenhaus prunkt zur Abwechslung mit Bildhauern wie Stephan Balkenhol und Tilo Schulz (bis 11. Juni).

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Mit dem traditionellen Kunst-Rundgang präsentiert sich Leipzigs neues Kunstquartier nun in voller Schönheit. Sechs Galerien gibt es inzwischen auf dem malerisch verfallenen Gelände im Leipziger Westen, dazu die von der Stiftung Federkiel betriebene Halle 14 , die seit vier Jahren mit interessanten Ausstellungen aufwartet – bislang allerdings nur in den Sommermonaten, da die Hallen der ehemaligen Weberei noch nicht beheizbar sind. Zwei Kollektionen werden diesmal unter dem Titel „Passionen des Sammelns“ präsentiert, die Sammlung Rik Reinking, die Künstler wie Björn Melhus , Jan Smejkal und Rainer Splitt vereint, und die Sammlung Federkiel, hinter der sich der Sammler Karsten Schmitz verbirgt. Auch der rege Independent-Kunstraum B2 hat inzwischen ein neues Quartier in Halle 20 gefunden und präsentiert neue Arbeiten von Piotr Baran und Oliver Kossack . Größtes Plus des neuen Ortes ist jedoch: viele Leipziger Künstler, unter ihnen Koryphäen wie Neo Rauch und Ricarda Roggan, haben ihr Atelier auf dem Gelände. Der Weg von der Werkstatt in die Galerie ist also deutlich kürzer geworden. Und vielleicht trifft man den einen oder anderen ja auch beim Rundgang.

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