Oxford-Historikerin : Lyndal Roper erhält Gerda-Henkel-Preis

Die in Oxford lehrende Historikerin Lyndal Roper ist für ihre Forschung zu Martin Luther und dem Reformationszeitalter mit dem mit 100.000 Euro dotierten Gerda-Henkel-Preis ausgezeichnet worden.

Die 1956 geborene Historikerin untersucht die Beziehung zwischen Religionen und sozialer Ordnung in der Reformationszeit.
Die 1956 geborene Historikerin untersucht die Beziehung zwischen Religionen und sozialer Ordnung in der Reformationszeit.Foto: dpa

Die in Oxford lehrende Historikerin Lyndal Roper ist mit dem Gerda-Henkel-Preis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Geschichte der Frühen Neuzeit ausgezeichnet worden. Die gebürtige Australierin nahm die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung am Montagabend in Düsseldorf entgegen. Die Gerda-Henkel-Stiftung ehrte Roper damit für ihre Forschung zu Martin Luther und dem Reformationszeitalter. Derzeit hat Roper die renommierte Regius-Professur für Geschichte am Oriel College der Universität Oxford inne.

Ihre jüngsten, „von einem körpergeschichtlichen Ansatz geleiteten Studien zur Biografie Martin Luthers werden im Lutherjahr 2017 sicherlich den Verlauf der Debatte über den Reformator nachdrücklich mitbestimmen“, hieß es anlässlich der Preisverleihung. In ihren Forschungen zum Reformationszeitalter habe die 1956 geborene Historikerin die Beziehungen zwischen Religionen und sozialer Ordnung „in einer völlig neuartigen Weise konzeptualisiert“. Dazu gehörten unter anderem Untersuchungen über Hexerei und Hexenverfolgung.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober nächsten Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

Die 1976 gegründete Gerda-Henkel-Stiftung zur Förderung der Wissenschaft verleiht den Gerda-Henkel-Preis seit 2006 alle zwei Jahre als internationalen Forschungspreis. Zuletzt erhielt den Preis Stephan Seidlmayer.

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