Palast der Republik : Abriss steht kurz bevor

Die Vorbereitungen für den Abriss des Palastes der Republik in Berlin stehen vor dem Abschluss. Bereits am Freitagabend sollte der übermannshohe Bauzaun um die Palast-Ruine komplett erichtet sein.

Berlin - Am Mittwoch (18.1.) werden dann die Container für die Bauarbeiter und Architekten aufgestellt, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Mitte Februar werden dann erste sichtbare Veränderungen am Gebäude zu sehen sein. Über die Abrissarbeiten soll die Öffentlichkeit fortlaufend auf dem Bauzaun sowie im Internt informiert werden.

Die Abriss-Gegner vom «Bündnis für den Palast» kündigten an, ihre Protestaktionen am Samstag fortzusetzen. Beim dritten «Stopptag» werde ein «Gnadengesuch» an den Bundespräsident Horst Köhler verlesen, teilten Initiatoren mit.

In der kommenden Woche will der Bundestag abschließend über ein Abriss-Moratorium zu dem asbestsanierten Gebäude am Berliner Schlossplatz entscheiden. Entsprechende Anträge von Grünen und der Linkspartei waren bereits im Bundestags-Kulturausschuss abgelehnt worden.

Die Linkspartei forderte am Freitag die Fraktionen auf, die Abstimmung über das Abriss-Moratorium freizugeben und keinen Druck auf Abgeordnete auszuüben. «Den Schloss-Neubau wird es auf absehbare Zeit nicht geben», so die Linkspartei. Der Palast dagegen könne mit relativ wenig Aufwand modernisiert werden.

Nach dem Willen des Bundestages soll an Stelle des Palastes ein Neubau für ein Humboldt-Forum mit den barocken Fassaden des 1950 gesprengten Berliner Stadtschlosses errichtet werden. Das Geld für den Bau dieses Gebäudes fehlt bislang allerdings, so dass auf der entstandenen Freifläche zunächst ein Rasen angelegt werden soll. In der Vereinbarung der großen Koalition ist jedoch auch von einer «zügigen Umsetzung» des Bundestagsbeschlusses für einen Neubau die Rede. (tso/dpa)

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