PANTOMIMELuftgitarrenmeisterschaft : 60 Sekunden Gott

G,a Bartels

Eigentlich halten die in vielerlei Hinsicht als merkwürdig geltenden Finnen das Weltpatent auf die Luftgitarrenmeisterschaft. Jedenfalls wird sie dort im schönen Städtchen Oulu seit 1996 ausgetragen. „Totale Hingabe, totale Leidenschaft und totaler Bullshit“ kennzeichnet die Veranstaltung, hat der Fernsehsender Arte herausgefunden. Kein Wunder, dass viele Jungs und wenig Mädels sich gern für das Spektakel qualifizieren wollen. Seit 2004 können deutsche Gitarrenfreaks das bei der nationalen Luftgitarrenmeisterschaft erledigen. Und die richtet die German Air Guitar Federation im schicken Theatersaal des Admiralspalastes aus. Natürlich streng nach den weltweit gültigen Kriterien.

Pflicht ist ein Auftritt nach einem vorgegebenen Song und Kür nach einer selbst gewählten Weise, jeweils 60 Sekunden lang. Als Erleichterung sind Luftplektra zugelassen, eine echte Schonung für die Finger der imaginären Gitarrengötter. Den Kopf braucht man nur zum Schütteln: Noten lesen ist nicht erforderlich. Beim Luftgitarrespielen geht’s ja eh nur ums Gefühl. Und da wird der deutsche Meister Heart Buckboard die Latte der künstlerischen Ausdrucksfähigkeit wieder hoch legen. Auch in der Luftigkeitstauglichkeit, der so genannten „Airness“, macht ihm so leicht keiner was vor.

Moderiert wird der fidele Abend von Reverend Boogaloo. Die Live-Musik kommt von A Pony named Olga. Wer das alles losgetreten hat? Joe Cocker, der 1969 in Woodstock zum ersten Mal Luftgitarre spielte und sogar dazu sang. Ein Mann also, der auch durch seine eigenwillige Motorik Weltstar wurde. Oder vielleicht doch durch seine Stimme?Gunda Bartels

Admiralspalast, Sa 28.7., 20 Uhr, 14 €

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