Kultur : Parallelwelten

Die Arco in Madrid wird kleiner und teurer

Brigitte Kramer

Mit Fleiß und Qualität will Lourdes Fernández, Leiterin der Arco in Madrid, die 28. Ausgabe der internationalen Kunstmesse bestreiten. Weniger Teilnehmer, Kunst mit sicherem Marktwert und Erschwingliches charakterisieren die Messe, an der vom 11. bis 16. Februar 238 Galerien aus 32 Ländern teilnehmen.

Gerechnet hatte man mit 270 Galeristen. Viele sagten wegen der Finanzkrise ab, andere bewarben sich bei der günstigeren Parallelmesse Art Madrid. Den Verbleibenden haben die Veranstalter kurzfristig die Standgebühren um 20 Prozent erhöht und in einer internen Mitteilung empfohlen, Arbeiten etablierter Künstler, Kleinformatiges auf Papier oder ganz junge Kunst einzupacken. Die Sammler will Fernández mit Werken von 50 indischen Künstlern nach Madrid locken, dem diesjährigen Gastland der Messe. Dem Kunstmarkt des Subkontinents wird eine Wachstumsrate von 3000 Prozent in nur einem Jahrzehnt nachgesagt.

Aus Deutschland reisen 31 Galeristen an. Nicht dabei sind diesmal unter anderem die Galerien Crone (Berlin), Vera Munro (Hamburg) oder die Kölner Thomas Zander und Thomas Rehbein. Lücken reißen auch Absagen aus den Vereinigten Staaten wie die der New Yorker Galerie Peter Blum oder von Rena Bransten aus San Francisco. Die Zahl der US-Teilnehmer hat sich 2009 auf acht halbiert. Aus den europäischen Nachbarländern haben unter anderem die Galerie Cardi aus Mailand, Jeanne Buchner und Marwan Hoss aus Paris und die Briten Crane Kalman oder Thomas Dane abgesagt. Generell ist die Zahl der Bewerbungen von 542 im Jahr 2008 auf 491 gesunken.

Als reines Zeichen der Krise ist der Interessenschwund jedoch nicht zu werten. So gab es besonders unter spanischen Galeristen im vergangenen Jahr Unmut, weil viele nicht zugelassen wurden oder in den weniger frequentierten zweiten Stock ziehen mussten. Fernández will die Messe auch im dritten Jahr als Chefin internationaler und hochwertiger gestalten und Madrid neben London oder Basel als Messe für moderne und zeitgenössische Kunst platzieren. Ob diese Umstrukturierung nun noch gelingt, muss man nach Ende der Messe beurteilen. Fernández hat bereits versichert, sie wolle den Erfolg der Messe nicht an Zahlen, sondern inhaltlich festmachen und lockt mit Arbeiten von Francis Bacon, Bill Viola, Antonio Saura oder Damien Hirst. Brigitte Kramer

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