Kultur : Parkinson: Berühmte Opfer: Johnny Cash und Adolf Hitler

Selbst wer keinen Parkinson-Fall in seiner Verwandtschaft hat, kennt doch den einen oder anderen Betroffenen - weil uns die Opfer in vielen Fällen aus den Medien oder den Geschichtsbüchern vertraut sind. Michael J. Fox ist nur einer unter vielen, die Liste der prominenten Fälle scheint länger als bei anderen Krankheiten.

Salvador Dali erwischte das Leiden, den Darsteller Vincent Price und den Sänger Johnny Cash. Vielen ist noch der anrührende Auftritt Muhammad Alis 1998 bei der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen von Atlanta in Erinnerung, der Boxer war sichtlich von der Krankheit gezeichnet. Und in Deutschland gehören der inzwischen verstorbene Schauspieler Raimund Harmsdorff und der Sänger Peter Hofmann zu der Opferschar.

Geradezu auffällig ist die hohe Zahl der befallenen Führungspersönlichkeiten aus Religion und Politik, wie der Gehirnforscher Reinhard Horowski von der Schering Pharmaforschung in Berlin betont. Unter den religiösen Führern sind Papst Johannes Paul II und der amerikanische Prediger Billy Graham nur zwei Beispiele. Eines der berühmtesten politischen Parkinson-Opfer war Adolf Hitler. Wenn eine verblüffende These zutrifft, hat Hitler sich am Ende des Ersten Weltkrieges bei einer Genesungskur im ostdeutschen Ort Pasewalk mit dem postenzephalitischen Parkinson-Syndrom angesteckt. Mao Zedong, seinem De-facto-Nachfolger Deng Xiaoping und dem spanischen Diktator Franco setzte die Schüttellähmung ebenfalls zu. Heute müssen Yasir Arafat und die ehemalige US-Justizministerin Janet Reno mit der frühen Phase der Krankheit kämpfen.

Nach einer Theorie gibt es sogar eine besondere Affinität zwischen Parkinson und Berühmtheits-Status, meint Horowski: Bereits vor Krankheitsausbruch sollen die Patienten besondere Persönlichkeitszüge - darunter Perfektionismus und extreme Selbstkontrolle - besitzen, die die Chance auf ein Vorwärtskommen erhöhen. Weil die statistischen Daten fehlen, ist dies jedoch reine Spekulation.

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