''Parsifal'' : Schlingensief sagt Bayreuth Adieu

Der Regisseur Christoph Schlingensief hat mit der letzten Aufführung seiner Inszenierung der Oper "Parsifal" triumphalen Abschied von Bayreuth genommen.

Christoph Schlingensief
Christoph Schlingensief. -Foto: ddp

BayreuthBei Schlingensiefs letzter Vorstellung auf dem grünen Hügel gab es am Sonntag für das Inszenierungsteam frenetischen Schlussbeifall und Bravorufe. Allerdings gab es auch diesmal wieder eine starke Fraktion von Buhrufern, die jedoch deutlicher als noch bei der Premiere in der Minderheit blieb. Bereits vor dem letzten Akt hatte es jubelnden Beifall für Schlingensief gegeben, als der Regisseur im Zuschauerraum von den Besuchern erkannt worden war.

Viel Applaus gab es auch für das Sängerensemble mit Alfons Eberz in der Titelrolle sowie Robert Holl als Gurnemanz und Karsten Mewes als Klingsor. Die Partie der Kundry musste aufgeteilt werden. Wegen der stimmlich indisponierten Evelyn Herlitzius, die die Rolle "szenisch gestaltete", wurde die Partie von Judit Nemeth am Bühnenrand gesungen. Die musikalische Leitung hatte Adam Fischer.

"Neue, ungewohnte Sehweisen"

Schlingensief zeigte sich nach der Vorstellung glücklich und erleichtert über das überwiegend positive Echo des Publikums. "Ich glaube, mein "Parsifal" hat die Bayreuther Festspiele verändert und die Tür geöffnet auch für neue, ungewohnte Sehweisen auf dem grünen Hügel", hatte der Berliner Regisseur schon zuvor in einer ersten Bilanz seiner mehrjährigen Arbeit in Bayreuth gesagt.

Schlingensiefs Inszenierung wird nach der vierten Festspielsaison und der heftig umstrittenen Premiere 2004 vom Spielplan der Richard-Wagner-Festspiele genommen und im nächsten Jahr durch eine Neuinszenierung des Wahlberliners Stefan Herheim ersetzt.

Sein Engagement war nicht zuletzt durch den Einfluss von Katharina Wagner, der 29-jährigen Tochter des Festspielleiters Wolfgang Wagner, zustandegekommen. Katharina Wagner hatte in diesem Jahr mit einer heftig umstrittenen Inszenierung "Der Meistersinger von Nürnberg" ihr Debüt auf dem grünen Hügel gegeben, die am 25. Juli Premiere hatte. Mit dieser Inszenierung gehen an diesem Dienstag die diesjährigen Bayreuther Festspiele auch zu Ende. (mit dpa)

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