PAUKEN & Trompeten : Bass mal uff

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Vier sogenannte „Spezialschulen“ für Musik gab es in der DDR, eine in Berlin, drei weitere in Dresden, Weimar und Halle. Sie waren angegliedert an vier große Musikhochschulen, zu denen die Jugendlichen nach Abschluss ihrer Ausbildung hinüberwechseln konnten. Wer eine solche Schule besuchte, musste eine große Begabung vorweisen und eine doppelte Stundentafel meistern, mit dem regulären Stoff und zusätzlichen Lern- und Übeeinheiten. Nach Mauerfall und Wiedervereinigung fanden sich die Spezialschulen zumeist als Musikgymnasien wieder.

Das in den 1950er Jahren gegründete Berliner Musikgymnasium „Carl Philipp Emanuel Bach“ beispielsweise, mit 165 Schülerinnen und Schülern eines der kleinsten Gymnasien der Stadt, hat sich als solches 1991 formiert und besitzt inzwischen den Status einer „Schule mit besonderer Prägung“, die nach wie vor junge Hochbegabungen auf ihrem Weg ins professionelle Musikerleben betreut.

Heute ist das Gymnasium beiden Berliner Musikhochschulen vorgegliedert, deren Dozenten und Professoren dafür sorgen, dass die Talente der Schülerschaft optimal gefördert werden. Unterrichtet wird in der Rheinsberger Straße in Mitte, zumal die Auswärtigen der zumeist aus Berlin und Brandenburg stammenden Schülerinnen und Schüler können im Internat der Staatlichen Ballettschule in der Lichtenberger Rhinstraße wohnen.

Die Erweiterung des regulären Stundenplans um Fächer wie Instrumentalunterricht, Musiktheorie und Gehörbildung (die ihrerseits versetzungsrelevant sein können), bringt es mit sich, dass die Schulzeit nach wie vor 13 Jahre lang dauert. Die Schule selbst spricht von einem „entzerrten Abitur“, bei dem die einzelnen Prüfungen auf ein ganzes Jahr verteilt werden.

Am Samstag lädt das Musikgymnasium „Carl Philipp Emanuel Bach“ zu einem Tag der offenen Tür ein, der wegen der vielen Beratungsangebote besonders für zukünftige Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern von Interesse sein dürfte. Für das leibliche Wohl ist ebenso gesorgt wie für die Möglichkeit, Probeunterrichte in vielen verschiedenen Instrumentalfächern zu erleben.

Natürlich gibt es auch musikalische Darbietungen: Konzerte und eine Aufführung der Kontrabassgruppe „Bass mal uff“, mit gewöhnlich großen Instrumenten, etwas kleineren und solchen im 1/32-Minimalformat.

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