PAUKEN & Trompeten : Club der tollen Lehrer

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Berlin, du bist so wunderbar. Die großartigsten Leute waren hier tätig, zum Beispiel Leo Kestenberg. Im Berlin der 1920er Jahre im preußischen Kultusministerium beschäftigt, war er von Haus aus Pianist und Musiklehrer und engagierte sich schon früh dafür, sozial benachteiligten Menschen Zugang zur Musik zu ermöglichen. Im Ministerium versuchte er sich an einer gesetzlichen Neuordnung der Musikerziehung, schickte Kindergärtnerinnen zu Fortbildungen, verankerte die Musik fest im schulischen Fächerkanon und sorgte für eine Professionalisierung der Musiklehrer. Anfang der 1930er „entfernte“ man Kestenberg aus seinem Amt, er starb 1962 in Tel Aviv. Von Freitag, dem 13.7., bis Sonntag ist im Rahmen des diesjährigen Rundgangs an der Universität der Künste eine Ausstellung über Leo Kestenberg zu sehen.

Damit nicht genug. In Berlin wirkte einst auch Shinichi Suzuki, Erfinder der wohl bekanntesten Früherziehung auf der Violine, der Suzuki-Methode, durch die auch Stars wie Julia Fischer oder Hilary Hahn zur Geige fanden. Suzuki studierte an der Hochschule bei einem Enkelschüler des großen Joseph Joachim und gab sein Wissen an Koji Toyoda weiter, der später selbst Professor für Geige an der UdK wurde. Eine studentische Abordnung der UdK wird der Verbindung der Metropolen Tokio – Berlin demnächst mit einer Konzertreise nach Japan huldigen und dort ein Kammermusikprogramm aufführen; mit Musik von Boris Blacher, der 1945 an das neu eröffnete Internationale Musikinstitut in Zehlendorf engagiert wurde und als Kompositionslehrer an die Hochschule wechselte. Und mit Stücken von Paul Hindemith, Friedrich Goldmann und Isang Yun, der ebenfalls an der UdK lehrte. Glücklicherweise muss man dafür nicht nach Japan reisen: Beim Konzert zum UdK-Rundgang am Samstag ist das Tokioter Programm schon einmal zu hören.

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