PAUKEN & Trompeten : Der richtige Schlag

von

Gehen wir also mitten hinein und schauen mit eigenen Augen an, was zwischen Dirigent und Orchester geschieht. Was für ein Schlag, welche Handbewegung, wie viel Körperspannung welchen Klang auslösen. Und wie gern das Orchester reagiert. Oder doch ungern? Ein Dirigent ist schließlich auch nur ein Chef. Was er an Signalen aussendet, ruft in Sekundenbruchteilen so starke Reaktionen hervor, dass Schnupperkurse im Dirigieren zu hoch gehandelten Veranstaltungen für Führungskräfte gehören.

Diese Woche kann man Zeuge eines besonders effizienten Dirigierworkshops zu werden. Zum zehnten Mal bietet die Hochschule für Musik Hanns Eisler ab Samstag die Werkstatt des Kritischen Orchesters an, bei der vier junge Dirigier-Aspiranten vor einem Orchester aus gut fünfzig Vollprofis stehen, das ihnen über ihr Tun Rechenschaft abgibt, und dies nicht nur musikalisch, sondern auch mit Worten (3. März, 14–17 Uhr; 4. März, 10–13 Uhr und 14–17 Uhr).

Hoffentlich werden die Musikerinnen und Musiker vorsichtig sein mit ihrer Kritik, doch hoffentlich nicht zu sehr! Immerhin befinden sich die Kandidaten im sensiblen Übergang von der Ausbildung zum Einstieg ins Geschäft. Andererseits werden auch sie längst jene Grundregel des Dirigierens internalisiert haben, die heißt „es liegt leider alles immer an uns“, und dankbar sein für jede Kritik von innen. Aus über vierzig internationalen Bewerbern und Bewerberinnen hat die Jury in diesem Jahr wählen können.

Der Eintritt zur Werkstatt ist frei (Studiosaal der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Charlottenstraße 55). Gespielt werden Kompositionen von Beethoven, Strauß und Strauss, Sibelius und Debussy sowie die „Variationen“, die man eigens bei dem 1988 geborenen Josep Planells Schiaffino in Auftrag gegeben hat.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben