PAUKEN & Trompeten : Die Sache mit der Stimmgabel

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Wie also wählt man ein passendes Instrument aus? Da stellen wir uns erst einmal ganz dumm und sagen: Ein Instrument sollte erstens einen gewissen sex appeal haben. Die persönliche Neigung gibt gute Hinweise – vielleicht kennt und bewundert man jemanden, der Posaune spielt, oder man hat einmal eine Geigerin mit einer spektakulären Darbietung eines Violinkonzerts gehört. Zweitens spielt natürlich ein wenig Physiognomie mit hinein. Wer auf lange Fingernägel steht, wird es mit dem Klavier schwer haben. Starke Raucher möchten vielleicht nicht ausgerechnet Horn spielen, und kleine Kinder wiederum reichen noch nicht so gut an die Tuba heran. Abschneiden, aufhören, endlich wachsen, sind hier die Devisen.

Drittens kommt es natürlich aufs Geld an. Wenn auch nicht in jedem Fall. Die meisten Instrumente kann man nämlich für günstige Monatsbeiträge leihen, und wer Glück hat, kommt dabei um die tumben, schlecht ansprechenden Exemplare herum. Selbst der käufliche Erwerb eines Instrumentes ist nicht ausgeschlossen, es muss ja nicht gleich eine Stradivari oder ein Orgeleinbau ins heimische Wohnzimmer sein. Blockflöten sind preiswert, Kindergeigen auch, und hie und da werden manchmal alte Klaviere für Selbstabholer freigegeben. Beim Singen muss man sogar überhaupt nichts anschaffen, außer vielleicht eine Stimmgabel. Kurz gesagt, die Eintrittskarte für ein neues, aufregendes Leben lässt sich recht schnell in Händen halten. Einen ersten Eindruck eines solchen Lebens gibt sicherlich der Tag der offenen Tür in der Musikschule Friedrichshain- Kreuzberg am nächsten Samstag, mit Konzerten, offenem Unterricht und einem Musikcafé.

Wer schon etwas Erfahrung zumal mit dem Singen hat, kann unterdessen am Mitsingkonzert teilnehmen, das schon heute Abend im Rahmen des Festivals Chor@Berlin im Radialsystem stattfindet. Unter der Leitung von Kai-Uwe Jirka, Christian Filips und Michael Betzner-Brandt (als Dirigenten treten überdies Absolventen eines projekteigenen Kurses vor den Chor) wird in wenigen Stunden der erste Teil von Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ erarbeitet und aufgeführt. Danach bringen ein Vokalquintett, ein Auswahlchor der Sing- Akademie sowie der Männerchor des Staats- und Domchores das Drei- Chöre-Stück „Die Nacht“ der Komponistin Isabel Mundry zur Uraufführung.

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