PAUKEN & Trompeten : Harmonien der Liebe

von

Ob es förderlich ist, verheiratet zu sein, wenn man gemeinsam auf die Bühne geht? In guten Tagen bestimmt. Aber auch in schlechten merkt man wohl nichts davon, dass Sie noch in der Garderobe gezetert hat, weil Er es zu Hause nicht mehr geschafft hat, die Spülmaschine auszuräumen, während Er findet, Sie solle nicht immer auf den letzten Drücker zum Auftrittsort kommen. Schließlich sorgt das seinerseits eng verbundene Götterpaar „Professionalität und Stresshormon“ dafür, dass aus der vorübergehenden discordia zumindest äußerlich eine concordia wird, und überhaupt, dass es mit der Inspiration nicht nur um Mitternacht bei Mondenschein klappt, sondern auch an einem Dienstag um halb fünf.

Oder am Mittwoch um acht. Dann nämlich treten im Konzerthaus die Gambistin Hille Perl und ihr Lebenspartner Lee Santana (Vihuelas und Zither) auf, mit Linda Bsiri (Gesang), Michel Godard (Serpent) und einem halb auskomponierten, halb improvisierten Programm zu einer Romance von Enríquez de Valderrábano von 1547. Den Einklang im Alltag haben Perl und Santana längst zum Teil ihres Profils gemacht; ein „Projekt mit nahezu endlosem Entwicklungspotenzial“ nennen sie nicht nur die musikalische Zusammenarbeit, sondern auch ihr Leben auf einem Bauernhof in der Wildeshauser Geest. Ebenfalls am Mittwoch treten in der Philharmonie die Eheleute Stella Doufexis und Christian Jost auf. Das Deutsche Kammerorchester spielt unter Josts Leitung die „Metamorphosen“ von Richard Strauss und Josts eigene „Odyssée surréale“. Doufexis übernimmt den Part für Mezzosopran in Respighis „Il tramonto“, das nach außen hin von einem farbig glühenden Sonnenuntergang handelt, eigentlich aber – wie könnte es anders sein – von einer Liebe, die bis über den Tod hinaus währt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben