PAUKEN & Trompeten : Krieg gegen Liebe

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Eigenartig, dass man beim Musizieren immer an die große Harmonie denkt, am Anfang der Harmoniewerdung stand schließlich ein sehr gegensätzliches Elternpaar: Die Harmonia als Göttin der Eintracht entstammt einer Verbindung des Kriegsgotts Ares mit Aphrodite, Göttin der Liebe. In diesem Fall hat der große Kontrast zwischen Vater und Mutter ein Kind hervorgebracht, dessen Leben auf den Widerstreit als Wurzel allen Werdens zeigt – gerade in der Balance zwischen den Gegensätzen liegt das Geheimnis wahrer Harmonie. Jetzt noch rasch die Etymologie des Wortes „concertare“ nachgeschlagen (wettstreiten) und ein paar Erinnerungen hervorgekramt an Liszt und Thalberg (standen in heißem Wettbewerb) oder Bach und Marchand (blieben ohne Wettbewerb, weil Marchand aus Angst davor weglief) – und schon kann der Vorhang aufgezogen werden für ein ein einzigartiges Sommerspektakel.

In den Sophiensälen liefern sich Andreas Kern und Paul Cibis am Donnerstag und Samstag einen musikalischen Wettstreit (je 20 Uhr). Zwei Flügel, zwei Männer, fehlen nur noch die Seile ringsum, in denen sie hängen können, wenn der Kampf im Ring zu erschöpfend geworden ist. Kern und Cibis spielen in mehreren Runden Klavierstücke aus verschiedenen Epochen, danach improvisieren sie mit- und nacheinander über Titel und Themen, die ihnen aus dem Auditorium zugereicht werden können. Das Publikum übernimmt die Rolle der Jury und entscheidet am Ende, wer gewinnt. Dass bei all dem noch eine Sprachlektion abfällt, dürfte den Unterhaltungswert noch weiter erhöhen: Der Piano Battle findet auf Englisch statt.

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