PAUKEN & Trompeten : Mit der Tuba in die Türkei

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Herbstferien, doch nicht alle Schülerinnen und Schüler liegen auf der faulen Haut. Das Landesjugendorchester Berlin, in dem die besten musikalischen Nachwuchskräfte der Stadt versammelt sind, hat sich in der vergangenen Woche in der sächsischen Landesmusikademie in Schloss Colditz auf ein Symphoniekonzert vorbereitet, das Sonntag Abend (7.10.) im Konzerthaus stattfindet. Gleich am Montag werden die jungen Musikerinnen und Musiker dann ihre Instrumentenkoffer in die Hand nehmen und auf große Orchesterreise in die Türkei fahren.

Glücklicherweise hat das LJO bei dieser Großunternehmung mächtige Helfer. Zum einen das soeben einhundert Jahre jung gewordene Orchester der Deutschen Oper, das eine Patenschaft für die jungen Musiker übernommen hat und am Sonntag eigens den Fagottisten Selim Aykal entsendet, der den Soloistenpart in Gioacchino Rossinis Fagottkonzert spielen wird. Zum anderen tritt an Aykals Seite dessen Onkel Gürer Aykal, Chef des Istanbul Philharmonic Orchestra , als Dirigent dieses Abends. Und dann ist da noch Ferit Tüzün, der in jungen Jahren bei Karl Amadeus Hartmann und Carl Orff in München studiert hat. Seine hochromantisch anmutende Komposition „Söylesi“ („Gespräch“) wird das Konzert einleiten, dazu gibt es ein Stück für vier Hörner und Orchester und, als Krönung, Johannes Brahms’ vierte Symphonie. Ein angemessenes Geburtstagskonzert also zum 25jährigen Bestehen des jungen Orchesters, das seine Zusammensetzung wie alle Landesjugendorchester von Arbeitsphase zu Arbeitsphase wechselt. Außerdem ist das Konzert eine perfekte Vorbereitung für die drei Konzertabende in Ankara, Izmir und Istanbul.

Schulkinder, die noch nicht alt genug sind fürs LJO und doch schon mal ins Klassikleben hineinschmecken möchten, sollten am Montag (8.10.) oder Mittwoch (10.10.) nachmittag die Staatsoper besuchen, wo es einen „Workshop für Kinder in den Ferien“ gibt. Dort erfährt man einiges über konkrete Opern und über den Berufsalltag in einem Opernhaus. Und wen gerade in den Schulferien die Sehnsucht nach Reife und Weisheit übermannt, der geht am besten am späten Dienstag abend (9.10.) ins Konzerthaus. Dort unterhält sich Thomas Quasthoff im Rahmen seiner „Nachtgespräch“-Reihe mit der Schauspielerin und Diseuse Gisela May, die über dreißig Jahre am Berliner Ensemble wirkte und als große „Mutter Courage“ galt, die von Hanns Eisler zum Chansonsingen ermutigt wurde und zuletzt durch ihre Mitwirkung bei der Serie „Adelheid und ihre Mörder“ noch einmal Fernseherfolge feierte.

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