PAUKEN & Trompeten : Reden wir drüber

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„Ein Kritiker“, hat Joachim Kaiser einmal auf die Frage nach seiner Eitelkeit geantwortet, „muss subjektiven, kaum beweisbaren Empfindungen trotzdem objektive Bedeutsamkeit unterstellen.“ Natürlich gehören zum Kritikerdasein aber auch all die anderen erwartbaren Fertigkeiten, musikalisches Talent, Ohren, Augen, Menschenliebe, Deadline-Gehorsam, historisches Wissen und so weiter und so fort, es liegt ja alles auf der Hand. Heute Nachmittag (2. 9.) endlich hat man im philharmonischen Kammermusiksaal Gelegenheit, sich die Spezies Musikkritiker und ihre Arbeit einmal aus der Nähe anzusehen. Ausgerechnet um Arnold Schönbergs unvollendete Oper „Moses und Aron“, die mit der rätselhaften Kapitulation des Ausrufes „O Wort, o Wort, das mir fehlt!“ endet, dreht sich die Unterhaltung, die Michael Stegemann, Peter Hagmann, Max Nyffeler und Stephan Mösch als vom „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ entsandte Kritiker miteinander führen werden. Gleichwohl dient die Veranstaltung nicht in erster Linie zur Klärung des Berufsbildes des Musikkritikers. Vielmehr handelt es sich um eine unterhaltsame und reichlich auf Referenzaufnahmen zugreifende Vorbereitung auf das gleich daran anschließende Musikfest-Konzert mit Sylvain Cambreling, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und der Europa-Chor-Akademie. Einen verwandten Gesprächsabend mit ganz ähnlichen Fragen zu ganz ähnlichen Themen gibt es am Dienstag (4.9.) in der Deutschen Oper. Im Vorfeld der Premiere von Helmut Lachenmanns „Mädchen mit den Schwefelhölzern“ wird dort die Moderatorin Margarete Zander den Komponisten zum Thema „Was heißt Schönheit in der Musik?“ befragen.

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