PAUKEN & Trompeten : Schöner singen

Jörg Königsdorf preist Chöre für Anfänger

Der Name ist gut gewählt. Denn eine Gruppe, die Ich-kann-nicht-singen-Chor heißt, behauptet das Gegenteil: dass es keine hoffnungslosen Fälle gibt und dass es hier keinerlei Voraussetzungen bedarf, um zu testen, ob man nicht doch singen kann. Denn anders als beim Tanzen hat jeder die dunkle Erinnerung daran, dass er mal singen konnte – als Kind, als einem noch nichts peinlich war. Dass viele gerne singen würden, nur Hürden wie Notenlesen und Tönetreffen scheuen, zeigt zumindest der enorme Zulauf, den das niedrigschwelligste Angebot der Chorszene bei seinem Start im Januar hatte. Weil den Veranstaltern von Sangeswilligen schier die Bude eingerannt wurde, trifft man sich nunmehr einmal pro Monat im Radialsystem. Die Leitung dieses StimmbandSelbsterfahrungskurses hat jedes Mal ein anderer Dozent inne, am Ostermontag um elf macht Michael Bretzner-Brandt von der UdK den Anfang.

Wer dann entdeckt haben sollte, dass er wider Erwarten wohllautende Töne produzieren kann, kommt am besten gleich tags drauf zu Annettes Dasch-Salon ins Radialsystem zurück. Denn bei ihrer Kultveranstaltung offeriert Berlins Lieblingssängerin die nächste Trainingseinheit: Texte und Noten werden an die Wand projiziert, und wer mag, singt mit. Vom Start weg hat sich der Salon zum Sing-In für die ganze Familie entwickelt – und sympathischerweise sind Dasch und Co. auch allen behilflich, die beim gemeinsamen Volksliedersingen Lust auf Chor bekommen haben sollten.

Wer lieber andere singen hört, hat dazu natürlich auch in dieser Woche mehr Gelegenheiten, als diese Kolumne aufzählen könnte – stellvertretend erwähnt sei deshalb nur das internationale Chöre Festival am Sonnabend, bei dem sich ab elf Uhr sieben Chöre aus aller Welt in halbstündigen Kurzkonzerten im Kammermusiksaal präsentieren. Und sollte man dabei Lust bekommen haben, selbst zu singen – na, dann weiß man ja jetzt, wo und wohin.

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