PAUKEN & Trompeten : Sentimentalitäten bitte abreagieren

von

„Entsetzliche Krachs“ habe er mit Arnold Schönberg gehabt, sagte Hanns Eisler einmal. Gleichviel: Der 1898 in Leipzig als Sohn eines österreichischen Vaters geborene Eisler, der zeitlebens die österreichische Staatsbürgerschaft behielt, zählt bis heute zu den berühmtesten und wohl dankbarsten Schülern Schönbergs. Ende der zwanziger Jahre fing er an, mit Bertolt Brecht und Ernst Busch zusammenzuarbeiten, 1933 musste Eisler emigrieren, 1942 erreichte er die amerikanische Westküste. Nach vielen Jahren im Exil kehrte Hanns Eisler kurz vor der Jahrhundertmitte nach Berlin zurück, wo er eine Meisterklasse für Komposition übernahm.

Die Hanns-Eisler- Hochschule nimmt nun Eislers fünfzigsten Todestag im letzten September zum Anlass, ihrem Namenspatron zu Ehren einen ganzen Reigen von Veranstaltungen auszurichten, der diesem wohl viel Freude gemacht hätte: Nach der festlichen Eröffnung am Freitag um 11 Uhr geht es zunächst los mit den Klavierwerken, darunter die „Rachmaninov-Parodie“ und die „Kleine Musik zum Abreagieren sentimentaler Stimmungen“. Solcherart geläutert lässt sich die konzertante Aufführung der zwölftönigen Komposition „Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben“ gewiss besonders gut aufnehmen: Eisler widmete sie seinem einstmaligen Lehrer Schönberg zum 70. Geburtstag. „Eisler als Arrangeur“, „Eisler im Exil“ oder die Frage „Wer war Hanns Eisler?“ stehen im Mittelpunkt der Vortrags- und Konzerteinheiten danach – gegen 13 Uhr kommt beispielsweise Eislers Sicht auf Bruckners siebte Symphonie zur Aufführung. Am frühen Abend wird die große Gisela May in der Hochschule zu Gast sein, die immer wieder mit Eisler zusammengearbeitet hat. Später werden dann Lieder gesungen, zum Beispiel jenes von der „haltbaren Graugans“ oder das berühmt holpernde von der „Mutter Beimlein“ mit dem Holzbein, an das sie so praktisch ihren Haustürschlüssel hängen kann.

0 Kommentare

Neuester Kommentar