Kultur : "Pawels Briefe": Lesung von Monika Maron

20 Uhr: Buchladen Bayerischer Platz[Schönebe]

Eine dunkle Kiste, darin die Erinnerung: Briefe und Fotos des Großvaters, von der Mutter nie eingesehen. Warum? - Monika Maron hat in "Pawels Briefe" ihre Familiengeschichte aufgearbeitet: die ihres jüdischen Großvaters Pawel, der in der NS-Zeit ermordet wurde, aber auch die ihres nicht immer sonnigen Verhältnisses zu ihrer Mutter, der überzeugten DDR-Kommunistin - und die ihrer eigenen Stasi-Episode Anfang der Siebziger. Eine schnörkellose Collage des 20. Jahrhunderts ist ihr gelungen, auch eine Mentalitätsgeschichte der DDR, die weder in moralischen Hochmut noch weinerliche Selbstgerechtigkeit verfällt. Und stellt damit einen wichtigen Beitrag in Zeiten dar, wo Biographisches flugs pauschal und fern jedes historischen Zusammenhangs beurteilt wird.

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