PERES PROJECTS : Der kometenhafte Terence Koh

Der Amerikaner Terence Koh, von dem man hierzulande spätestens seit der Ausstellung „Captain Buddha“ in der Frankfurter Schirn weiß, dass er die weiße Version der Gothic-Art zum Szenerenner machte; dieser Terence, der wie kein anderer in den letzten Jahren kometenhaft ins Rampenlicht flog, wurde 2003 in Los Angeles bei Peres Projects zur Galerieeröffnung gezeigt. Seitdem ist er da.

Thea Herold

Im vergangenen Jahr war Koh zur Triennale nach Yokohama eingeladen. Die dortige Arbeit – oder besser, was von der Performance blieb – ist nun in der Berliner Dependance von Peres Projects zu sehen. Für die Installation „Boy by the Sea“ wurde auf hohem weißen Holzsockel eine Figur postiert. Man erahnt das Abbild für Kohs Alter Ego im zarten Alter von zwölf und müsste die Ausführung naturalistisch nennen, hätte der Kopf keine Hasenohren. Über diese mächtigen Löffel an der surrealen Figur ist nun ein feines, weißes Tuch geworfen. So ahnt man alles und sieht nichts. Klar ist nur, dass das benachbarte Podest in Berlin leer bleiben soll. Zur Performance 2008 hatte sich Koh persönlich aufgesockelt und mit dem Löffelhasenjungen von Mund zu Mund mit einer Saite verbunden. Dann war er, ein weißes Tuch um die Lenden und gefolgt von jungen Jüngern, gen Strand gepilgert.

Im Vergleich mit dieser bleichen, magischen Welt hat die Ausstellung von Kaye Donachie im Raum daneben keine Chance. Die Künstlerin aus Glasgow präsentiert eine Walpurgisnacht-Serie, die sich auf Thomas Manns „Zauberberg“ bezieht. Ihre Melancholie beschwörenden, romantisierenden Tableaus geistern allzu zaghaft neben dem weißen Wehen des Performance-Krachers. Thea Herold

Peres Projects, Schlesische Straße 26; bis 13. Juni, Di-Sa 11-18 Uhr.

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