Kultur : Perfekt

Nicolaihaus: Stiftung besiegelt den Kauf

„Es passt alles“, sagte Rosemarie Wilckens, die Vorstandvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und frühere Oberbürgermeisterin von Wismar. In der Tat stellte die Besiegelung des Kaufs des Nicolaihauses durch die Stiftung gestern in dessen schönem Innenhof alle zufrieden. Berlin beschert es die Sicherung der Wiederbelebung eines historisch bedeutenden Hauses, der größten deutschen Förderinstitution für Baudenkmäler verschafft es einen vorzüglichen Platz in der Hauptstadt – und für den schwierigen Prozess des Wiederfindens seiner Mitte, der Berlin in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beschäftigen wird, setzt es einen wichtigen Denk- und Symbolstein.

Vielleicht muss man diese Zusammenhänge im Auge behalten, um zu begreifen, weshalb bei der kleinen Zeremonie wirklich alle strahlten. Kulturstaatssekretär André Schmitz hat eine mühsame Operation ans Ziel gebracht, die einen wichtigen historischen Ort sichert und vielleicht sogar etwas für die Rekultivierung eines wüsten Stadtquartiers getan. Der Immobilienfonds, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen begeht, demonstrierte – wie Geschäftsführer Holger Lippmann hervorhob –, dass seine Arbeit auch eine kulturell-soziale Ausrichtung hat. Und die Stiftung Denkmalschutz kann nun sichtbar machen, dass sie in Berlin angekommen ist. Eine Repräsentanz hatte sie zwar schon bisher, aber bemerkt hat man davon nicht viel. Das soll sich, wie Geschäftsführer Wolfgang Illert verhieß, nun ändern.

Im Übrigen macht die Stiftung mit dem Kauf des Hauses eine Ausnahme von ihrem Prinzip des Förderns; man hat den Eindruck, sie sei mit ihrem Engagement in Berlin an die Grenze ihrer Aufgabenstellung wie ihrer praktischen Möglichkeiten gegangen, allerdings mit Überzeugung, etlichen internen Debatten zum Trotz.

Aber es ist auch nicht, wie manche vermuten, der Auftakt zu einem Umzug der Stiftung vom Sitz in Bonn nach Berlin. Es ist eher der Abschluss ihrer neuen Aufstellung. Denn auch in Bonn hat sie seit kurzem ein eigenes Haus, die frühere bayerische Landesvertretung. Fürs erste wird sich ihre Anwesenheit in einer gründlichen Sanierung des in den letzten Jahren vernachlässigten Hauses niederschlagen, für die Vorarbeiten schon in Angriff genommen worden sind. Gegen Ende 2012, eher Anfang 2013 wird dann das neue Leben des alten Hauses und der Stiftung beginnen, die dann alle Mitarbeiter in Berlin und Potsdam unter einem Dach versammelt. Der Rest ist Zukunft, also offen. Rdh.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben