Pergamon Museum : Auferstehung einer Metropole

Die Antike hautnah: Yadegar Asisi hat auf wissenschaftlicher Basis auf 103 Metern Länge und 24 Metern Höhe einen Tag im Leben Pergamons geschaffen. Ab 30. September ist die Ausstellung im Pergamon Museum zu sehen.

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So haben Sie den Pergamonaltar noch nie gesehen. Es ist eine Rekonstruktion, wie ihn der Künstler Yadegar Asisi auf der Basis eigener Fotos vor Ort und der Erkenntnisse der Wissenschaftler der Berliner Antikensammlung in seinem Panorama auf der Museumsinsel geschaffen hat. Auf 103 Meter Länge bei einem Durchmesser von 34 Metern und einer Bildhöhe von 24 Metern entwirft Asisi ein atemberaubendes Panorama der antiken Metropole im Jahr 129 nach Christus.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Mike Wolff
29.09.2011 15:59So haben Sie den Pergamonaltar noch nie gesehen. Es ist eine Rekonstruktion, wie ihn der Künstler Yadegar Asisi auf der Basis...

Es ist Nacht. Im fahlen Blau schimmern die Bauwerke, die Landschaft ist plastisch zum Greifen nah. Die Vögel beginnen ihr Zwitscherkonzert, die Sonne wirft erste Strahlen auf das Theater, Musik ertönt, schwillt an, ein Chor stimmt ein, Rauch steigt auf, es ist eine wunderbare, friedliche Atmosphäre, ein atemberaubender Anblick. Der Blick schweift über eine weite Landschaft, dann über Tempel und antike Bauten – nein, es kann nicht wahr sein, die Perfektion des Alltagslebens, die Menschen in ihren griechischen Togen, all das muss eine Sinnestäuschung sein – nirgends gibt es eine so erhaltene griechische Stadt. Stimmt. Aber einer hat sie geschaffen, hat es möglich gemacht dank engster Kooperation mit den Archäologen der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, dank der Fortschritte der Technik und dank seiner künstlerischen Inspiration.

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Pergamon Panorama
Pergamon Panorama

Yadegar Asisi, der Panorama-Künstler, der Visionär, hat es geschafft, in den Ehrenhof des Pergamonmuseums ein Panorama zu stellen, das 103 Meter im Umfang misst, 24 Meter Höhe und 34 Meter Durchmesser. Was von außen aussieht wie ein Gasometer zwischen den hehren Flügeln des Pergamonmuseums, entpuppt sich nach dem Aufstieg über unzählige Stufen bis auf eine Plattform in 15 Metern Höhe als eine perfekte Illusion. Vergessen sind Kupfergraben und Berlin, Baustellen und Ärger, man schaut und schaut und schaut.

In neuneinhalb Minuten erlebt man das rekonstruierte Pergamon im Jahre 129 nach Christus im Zeitraffer. Kaiser Hadrian besichtigt seine Baustellen und wird gleich zu dem Zelt am Theater gehen, während von unten vom Berg her der Dionysos-Umzug naht. „Das ist die Klammer meiner Geschichte“, sagt Asisi, der gerade die Musikprobe zu seiner Zufriedenheit hinter sich hat. Zur Geschichte gehört aber auch der richtige Standpunkt für den Beobachtungsturm.

Ein Blick auf Pergamon
Theater der Geschichte. Panoramablick 2010 auf die Ruinenstätte von Bergama. Ab Freitag ist die Ausstellung für das Publikum geöffnet.Weitere Bilder anzeigen
1 von 20Foto: © Asisi
27.09.2011 14:31Theater der Geschichte. Panoramablick 2010 auf die Ruinenstätte von Bergama. Ab Freitag ist die Ausstellung für das Publikum...

Den hat er vor Ort nicht gefunden, immer stand ein Baum im Weg oder hat ein Hügel etwas verdeckt. Also hat er einen fiktiven Punkt ausgewählt und einen 30 Meter hohen Beobachtungsturm in Bergama aufgebaut, um von dort oben in einem Rundumschlag die ganze Landschaft mit Bergen, Hügeln, Bächen, Häusern und Ruinen zu fotografieren. „Ich habe Steine im Theater fotografiert von dort oben und sie kommen in meinem Bild vor. Das ist wichtig, ich brauche Anhaltspunkte für Dimensionen der Perspektiven“, sagt er.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie viele Fotos Asisi für sein Panorama brauchte.

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