Kultur : Personalrat kritisiert erneut das Orchester

Der Konflikt an der Deutschen Oper Berlin spitzt sich weiter zu. Seit zwei Wochen kämpft das Orchester des Hauses um den Erhalt seiner "Medienpauschale", einer außertariflichen Zusatzvergütung, die Kultursenator Peter Radunski den Musikern im Rahmen der harten Sparauflagen für das überschuldete Opernhaus zum 1. Januar 2000 gekündigt hat. Der Personalrat des Hauses hat sich jetzt zum zweiten Mal gegen die Forderungen des Orchesters ausgesprochen: Das Vorgehen des Orchestervorstandes und der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) zur Durchsetzung von Gehaltsansprüchen, das bereits zum Ausfall von Aufführungen geführt hat, habe die Position und den Ruf der Deutschen Oper "in unverantwortlicher Weise gefährdet" und stoße auf Ablehnung bei allen Beschäftigten des Hauses, hieß es am Donnerstag. Der Personalrat forderte im Namen aller Abteilungen der Oper das Orchester auf, "jedes Handeln zu unterlassen, das geeignet ist, den Spielplan und die künstlerische Arbeit der Deutschen Oper Berlin zu zerstören".

Unterdessen haben Musiker des Orchesters Mobbing-Vorwürfe gegen andere Angestellte der Deutschen Oper erhoben. In der "Berliner Morgenpost" beklagte der Bratschist Ralf Kosubek, er habe sein Instrument beschäigt aufgefunden. "Das ist der Hass, der gegen das Orchester geschürt wird", sagte der Musiker. Er beschwerte sich außerdem darüber, dass das Orchester Briefe von Personen erhalte, die aus Protest gegen die unnachgiebige Haltung der Musiker aus dem Freuneskreis der Deutschen Oper austreten. Hintergrund für die Kampf-Aktion des Orchester sei nicht nur die Streichung der Medienpauschale, sondern auch die eklatante "Unterbesetzung" des Orchesters. In dem Ensemble sind 124 Musiker angestellt.

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