Kultur : Péter Esterházy im ungarischen Radio zensiert

Wegen einer unbotmäßigen TheaterEmpfehlung ist der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy Opfer der Zensur im staatlichen ungarischen Radio geworden. Der auch im deutschen Sprachraum prominente Autor („Donau abwärts“, 1992; „Harmonia Caelestis“, 2001) hatte den Hörern in seiner monatlichen Sendung geraten, das Nationaltheater zu besuchen, so lange noch dessen Intendant Robert Alföldi im Amt ist. In der ausgestrahlten Sendung allerdings wurde diese Stelle herausgeschnitten. Über den Vorfall berichtet Esterházy in der am Freitag erscheinenden Ausgabe der Wochenzeitung „Élet és irodalom“ (Leben und Literatur). Auszüge aus dem Zeitungsbeitrag veröffentlichte am Donnerstag das Internet-Portal „index“.

„Zum letzten Mal, so weit ich mich erinnern kann, wurde ich 1981 zensiert“, schreibt Esterházy darin. Bis 1989 hatte auch in Ungarn noch das kommunistische System geherrscht. Seit der Machtübernahme des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Jahr 2010 stehen die öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn unter der Kontrolle von Orbán-loyalen Kadern. Manipulationen und Zensureingriffe sind häufig. Am Budapester Nationaltheater, der ersten Bühne des Landes, wechselt im Sommer der Intendant. Robert Alföldi wird von Attila Vidnyanszky abgelöst. Der Regisseur steht Orban nahe und vertritt eine anti-westliche, konservative Theaterauffassung. dpa

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