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Peter-Pan-Darsteller : Majestät will ein Rätsel bleiben

04.01.2013 15:26 Uhrvon
Bescheidener Handwerker. Sabin Tambrea, 28.Bild vergrößern
Bescheidener Handwerker. Sabin Tambrea, 28. - Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Im Kino ist er noch ein Newcomer, doch seit Sabin Tambrea im Königsdrama "Ludwig II" zu sehen ist, steht er im Mittelpunkt des Interesses. Er selbst sieht sich als "Handwerker". Eine Kantinenbegegnung.

Sabin Tambrea wird momentan mit Wucht von seiner Vergangenheit eingeholt. Anderthalb Jahre liegen die Dreharbeiten zum Königsdrama „Ludwig II.“ von Marie Noëlle und Peter Sehr zurück, dieser schwelgerischen deutschen 16-Millionen-Euro-Produktion, die vom kurzen und tragischen Leben des bayerischen Monarchen und Luftschloss-Erbauers erzählt. Und jetzt, da der Film angelaufen ist, hat ein gewaltiger Wirbel um den jungen Ludwig-Darsteller angehoben, der im Kino noch ein Newcomer ist.

Schon seltsam.

Zum einen, sagt Tambrea in der Kantine des Berliner Ensembles, habe er die Figur „mit Drehschluss ja schon losgelassen“. Zum anderen ist er so viel Aufmerksamkeit aus dem Theater nicht gewöhnt. Obwohl er am Schiffbauerdamm seit 2008 in großen Rollen auf der Bühne steht, gerade zum Beispiel als Viola und Sebastian in Katharina Thalbachs durchtriebener Shakespeare-Inszenierung „Was ihr wollt“. Die Leinwand überstrahlt eben noch das prominenteste Theater lässig.

Sabin Tambrea, 28 Jahre alt und Sohn eines rumänischen Musikerpaares, hat seinen einzigen freien Tag für das Treffen geopfert. Am Abend fliegt er nach München, um die Kinotour mit „Ludwig II.“ durch Bayern fortzusetzen, bei den Königstreuen, die naturgemäß besonders argwöhnisch auf die Darstellung ihres schillernden Nationalhelden schauen. „Ludwig II.“ hat sehr durchwachsene Kritiken bekommen, Tambrea liest sie alle, und man nimmt ihm ab, wenn er versichert, dass selbst der aggressive Verriss ihn nicht schmerze, sondern vielmehr fasziniere.

„Ich finde es wichtig, dass meine Arbeit auch polarisiert“. Sein eigener Weg zum Kinothron wird dagegen allerorten als makellose Erfolgsgeschichte verkauft: Ein Unbekannter, ausgewählt unter 370 Bewerbern, der nun neben Edgar Selge als Richard Wagner oder Hannah Herzsprung als Sissi so furios glänzt, als stünde er seit Jahr und Tag vor der Kamera. „Mein höchstes Ziel ist es immer, mich ernsthaft mit einer Figur auseinanderzusetzen“, sagt Tambrea dazu nur. Und dass der ganze Hype schon morgen wieder vorbei sein könne. Das ist kein Kokettieren mit Bescheidenheit. Sondern der realistische Blick von einem, der die Schauspielerei aus tiefster Seele liebt und gerade deshalb nicht verkitschen muss.

„Dieser Beruf ist Wahnsinn und Luxus zugleich“, findet er, 90 Prozent seien Rückschläge. Reihenweise etwa hagelte es seinerzeit Absagen von Schauspielschulen, bevor Tambrea schließlich an der Ernst-Busch-Schule aufgenommen wurde. Die Zurückweisungen, sagt er, hätten ihn nur wütender und hungriger gemacht.

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