Peter Stein : Beeindruckend und angsteinflößend

Der Regisseur Peter Stein wird 70. Sein Kollege Luc Bondy meldet sich nun aus diesem Anlass zu Wort und gibt Einblicke in sein Verhältnis zu der "Gründerfigur der deutschen Theaterlandschaft".

Florian Surek

Zürich"Er hatte damals eine bestimmte Form von Magnetismus", schreibt Bondy in der "Neuen Zürcher Zeitung" über seine ersten Begegnung mit Peter Stein. Diesen hätte er damals als "gleichzeitig beeindruckend und fürchteinflößend" empfunden. Was ihn jedoch von Anfang an fasziniert habe, sei dessen Einwirken auf das Ensemble gewesen: "Das hat mich am meisten interessiert bei Stein, diese Techniken und Möglichkeiten, um Schauspieler zu motivieren." Stein habe "eine Form der Klarheit, der Durchsichtigkeit" geschaffen. "Er forderte und förderte zugleich auf der Bühne."

Den Bruch Peter Steins mit seiner "Schaubühne" am Halleschen Ufer in Berlin findet sein Kollege "normal". Ein solches Unternehmen lasse sich nicht ewig weiterführen. Trotzdem sei Stein mehr dafür geschaffen, ein eigenes Theater zu leiten "als immer nur Regie zu führen".

Stein habe den "Stadttheatermief", der, als er anfing herrschte, durch die Schaffung neuer Arbeitsbedingungen überwunden. "Er dachte nach, zusammen mit seinen Schauspielern, über die Gesellschaft, über Dramaturgie." Für Luc Bondy ist daher klar: Peter Stein ist die "Gründerfigur in der deutschen Theaterlandschaft".

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