Kultur : Peter von Becker

Lieblingsbuch



Hans Christian Adam: Berlin. Porträt einer Stadt. Taschen Verlag, Köln 2007. 672 Seiten, 49, 99 €.

Man könnte sogar als Berlinverächter nicht anders, als dieses Buch fabelhaft zu finden. Auf 800 Ansichten aus 300 Fotografenaugen (von Zille bis Struth, von Seidenstücker bis Cartier-Bresson) werden selbst der Kaiser oder Karajan, Marlene oder Romy zu normalen Mitspielern einer außergewöhnlichen Großstadtsymphonie.

Schnelles Vergnügen

George Tabori: Bett & Bühne. Über das Theater und das Leben. Hrsg. Maria Sommer. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2007, 192 Seiten, 22,90 €.

Verstreute Aufsätze, Glossen und Zwischenrufe des im Sommer verstorbenen Meisters, oft noch mal Tabori at his best: darunter sein grandioser Essay „Hamlet in blue“ oder die Antwort auf die Frage: Wie möchten Sie sterben?: „Genau wie ich geboren bin, nur andersrum.“

Klassiker

Georg Stefan Troller: Lebensgeschichten. Die Stars, die Heiligen, die Poeten, die Sünder. Artemis & Winkler / Patmos Verlag, Düsseldorf 2007. 298 Seiten, 19,90 €.

Lauter moderne Klassiker: Leonard Cohen, Juliette Gréco, Orson Welles oder Autoren wie Céline und Peter Handke. Auch der busenbesessene Filmemacher Russ Meyer. Sie und viele mehr hat Georg Stefan Troller als Flaneure zwischen Paris und Hollywood porträtiert. Aus eigenem Erleben und Erlesen – geistvoll, amüsant, melancholisch.

Augen- und Ohrenweide

Magnum Magnum. Mit einem Vorwort von Stuart Franklin. Schirmer/Mosel Verlag, München 2007, 564 Seiten, 149, 80 €.

Die berühmteste Fotoagentur der Welt ist soeben 60 geworden und macht sich und uns den tollsten, größten, schwersten Bildband des Jahres zum Geburtstagsgeschenk. Mehr „Magnum“ geht nicht – Champagner für die Augen!

Zum Schlauwerden

Florian Havemann: Havemann. Suhrkamp Verlag,  Frankfurt a. M. 2007, 1099 Seiten, 28 €.

Wer erfahren will, was Verdacht, Verrat und Vabanquespiel, was die Verstrickung in Geschichte und Geschichten ein deutsches Jahrhundert lang durch Kriege und Diktaturen mit Menschen anrichten, der lese „Havemann“. Und erinnere Karl Kraus’ Diktum, dass das Wort „Familienbande“ einen Beiklang von Wahrheit hat.

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