Kultur : Peymann bringt Brechts „Mutter“ ins Berliner Ensemble

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Beim zweiten Schuss aus der Peymann-Pistole polterte der Kronleuchter auf die große Probebühne des BE – Vorgeschmack auf die Uraufführung von Peter Turrinis „Da Ponte in Santa Fé“ in der Inszenierung des Intendanten, mit der am 28. August die neue Saison im Berliner Ensemble eröffnet wird. Peymann hatte die Presse gestern auf der Probebühne versammelt, um über die Pläne für die Spielzeit 2002/2003 Auskunft zu geben. Peymann erneuerte seine Bereitschaft, für den ab August 2004 auszuhandelnden neuen Vertrag auf 0,7 Millionen Euro (der dem Theater zur Verfügung gestellten Lottomittel) zu verzichten. Er hofft in der jetzt gegebenen Situation (zum 31. Juli könnte er seinen auf fünf Jahre abgeschlossenen Vertrag ein Jahr vorher aufkündigen) auf die Politik, sagt aber auch: „Mit mir kann man nicht pokern.“

Eine besondere Überraschung ist, dass Peymann Brechts „Die Mutter“ inszenieren wird, mit Carmen-Maja Antoni in der Titelrolle (Premiere 15. 1. 2003). Zu dieser Premiere gesellt sich eine Uraufführung: George Taboris „Rote Rosen für dich“ (16. Januar). Weitere Vorhaben sind die Uraufführungen „Gertrud“ nach Einar Schleef von und mit Edith Clever und „Adam Schaf hat Angst“ von Georg Kreisler mit Tim Fischer, weiter „Ein Fest für Boris“ von Thomas Bernhard (Inszenierung und Bühne Achim Freyer) und „Die Wildente“ von Henrik Ibsen (Inszenierung Thomas Langhoff). Für die Probebühne sind „Frühlings Erwachen“ (Leander Haussmann) und „Leonce und Lena“ (Robert Wilson) geplant. Wilson auf der Probebühne, auch das ist ein Kunststück. Hinzu kommt ein reichhaltiges Programm mit Lesungen, Diskussionen, Matineen, zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel. Hier steht das „2. internationale literaturfestival berlin“ vom 10. bis 21. September im Mittelpunkt. Fu.

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