Philharmonie : Simon Rattle bleibt bis 2018 in Berlin

Fast ein Jahr ist es her, dass die Berliner Philharmoniker darüber abgestimmt haben: Sie wollten mit ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle weiterarbeiten, wenn dessen aktueller Vertrag im Sommer 2012 ausläuft. Jetzt muss Rattle noch den Vertraag unterzeichnen.

Berlin

Bei der Präsentation der Saison 2009/10 wurden am Mittwoch nun endlich Details des Deals bekannt: Rattle möchte gerne bis 2018 in Berlin bleiben, wird aber die Verlängerung erst unterzeichnen, wenn die künftige Finanzierung der Philharmoniker geklärt ist. „Das ist eine Frage der Solidarität“, erklärte Rattle. „Schließlich sind wir eine Organisation.“

Wenn das Abgeordnetenhaus im Herbst den Doppelhaushalt 2010/11 diskutiert, wird es auch um einen neuen Zuwendungsvertrag für die Stiftung „Berliner Philharmoniker“ gehen. Welche Forderungen die Musiker dabei an den Senat stellen werden, wollte der Geschäftsführende Direktor Frank Kersten aber nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Ein Nachfolger für Intendantin Pamela Rosenberg, die im Sommer 2010 ausscheidet, ist nicht in Sicht.

Drei rote Fäden durchziehen die kommende Spielzeit. Zum einen geht es um Johannes Brahms und Arnold Schönberg, „diese beiden Zwillinge, die bei der Geburt getrennt wurden“, wie es Rattle mit Blick auf die Fortschrittlichkeit ihrer Werke formulierte. Neben Rattle beteiligen sich unter anderem auch Christian Thielemann und Claudio Abbado an dieser Spurensuche. „Ungarisches Flair“ sollen Werke von Liszt, Bartok, Ligeti, Kurtag verbreiten, aber auch Haydn und wiederum Brahms. Mit einer Aufführung aller Sinfonien von Jean Sibelius bricht Rattle schließlich eine Lanze für den in Deutschland wenig geliebten Komponisten. Insgesamt wird der Chefdirigent 33 der 99 Philharmoniker-Konzerte in Berlin leiten sowie 27 auf Reisen. „Pianist in residence“ wird 2009/10 der Chinese Lang Lang. F. H.

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