Kultur : Philharmoniker verlassen Salzburgs Osterfestspiele

Die Berliner Philharmoniker werden 2012 zum letzten Mal die Osterfestspiele in Salzburg prägen. Ab Ostern 2013 werde das Orchester dann ein Festival mit dem Schwerpunkt auf szenischen Opernaufführungen im Festspielhaus Baden-Baden beginnen. „Die Entscheidung für einen Umzug nach Baden-Baden haben wir uns nicht leicht gemacht, und sie ist im Rahmen einer Orchestervollversammlung gefallen“, erklärt Olaf Maninger, Mitglied des Stiftungsvorstands der Berliner Philharmoniker. Auf dem Programm sollen neben der Opernproduktion Konzerte, Kammermusik- und Education-Projekte stehen. „Wir hatten seit 1967 eine wundervolle Zeit in Salzburg und freuen uns nun auf die Zukunft in Baden-Baden“, kommentiert Philharmoniker-Intendant Martin Hoffmann den Wechsel, der auch eine Zäsur in der Geschichte des Orchesters darstellt.

Herbert von Karajan hatte die Salzburger Osterfestspiele 1967 in seiner Geburtsstadt gegründet, um den Berliner Philharmonikern eine Bühne als Opernorchester zu schaffen. Seitdem waren die Festspiele eine prestigeträchtige Klassik- Adresse. Im vergangenen Jahr erschütterte ein Finanzskandal die hinter den Kulissen ohnehin nicht heile Festivalwelt. Die Berliner drängten auf ein erweitertes Programm mit größerem Budget. Dass sie sich an der Salzach nicht mehr als gern gesehene (und gut bezahlte) Gäste fühlten, nutzte Andreas Mölich-Zebhauser, Intendant des Festspielhauses Baden-Baden. Bereits im November 2009 hatte er offen um die Philharmoniker geworben. Zuletzt erklärte Simon Rattle im April, die Salzburger Osterfestspiele seien „ökonomischer Unsinn“. Nun freut sich Baden-Baden auf die Philharmoniker, die dort ein „lebendiges“ und „erschwingliches Opernfestival“ aufbauen wollen, während sich für die Osterfestspiele in Salzburg die Überlebensfrage stellt. UA

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