Kultur : Pinakothek der Moderne: Der Architekt wehrt sich gegen Baukosten-Explosion

Der Münchner Architekt Stephan Braunfels weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück, die Kosten der Pinakothek der Moderne in die Höhe getrieben zu haben. Er habe bereits 1993 zu Beginn der Bauplanung betont, dass der Gebäudekomplex mindestens 250 Millionen Mark kosten werde, so Braunfels gestern in München. Das Staatsbauamt habe aber 200 Millionen Mark veranschlagt und diese Summe durchgedrückt. Der Architekt befürchtet, dass auch der im Juli diesen Jahres bewilligte Nachtragshaushalt in Höhe von 36,5 Millionen Mark nicht ausreichen werde.

Im Vergleich zu anderen Museen in Deutschland sei der Bau der Pinakothek der Moderne trotz der aufwändigen technischen Einrichtungen bereits einer der günstigsten. Unnötige politische Entscheidungen ließen die Kosten aber erst recht steigen. Braunfels beklagte ferner, dass er keine Möglichkeit habe, in die Rechnungen des Staatsbauamtes Einsicht zu nehmen. Das sei "absolut unüblich". Außerdem habe er das Planungsbüro nicht bestimmen und die Firmen nicht auswählen können. In Berlin, wo er den Bundestag plane, sei die Situation anders. Dort habe er auch in diesen Dingen freie Hand. Braunfels vermutete, die Vorwürfe dienten dazu, ihn als Architekten für den zweiten Bauabschnitt abzulehnen.

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