Kultur : Plädoyer gegen die Ehe "Liebe? Lieber nicht!"

Frank Noack

Zu den Kuriositäten, die gelegentlich auf dem Buchmarkt landen, gehört ein "Lexikon der Rache". Wer Aggressionen gegen seine Mitmenschen verspürt, findet dort ausreichend Anleitung zum Unglücklichmachen. Statt dessen kann man sich allerdings auch die schwarze Komödie "Liebe? Lieber nicht!" (im Original: "Love Stinks!") anschauen, die von rabiaten und sogar gesetzlich erlaubten Racheaktionen handelt. Wie vertreibt ein Mann seine Freundin aus dem Bett, in dem er alleine schlafen möchte? Wie ruiniert sie sein Aussehen, so dass er nicht mehr fremd gehen kann? Regisseur Jeff Franklin hat auf alles eine Antwort.

Franklin liefert eine Farce auf Sitcom-Niveau. Wie es der Zufall will, ist seine männliche Hauptfigur Seth (French Stewart) auch Autor von Sitcoms. Seth verdient gut mit seiner Schreiberei, weswegen ihn die Innenarchitektin Chelsea (Bridgette Wilson) heiraten möchte. Sie verschwendet ihre Zeit erst gar nicht damit, Liebe vorzuspielen. Chelsea will in Seths Haus leben und einen Teil seines Vermögens an sich reißen. Er will sie los werden und wird für seine Fluchtversuche immer härter bestraft. Man könnte den Film als frauenfeindliche Phantasie eines überzeugten Junggesellen verurteilen, hätte der schamlos grimassierende Darsteller des Seth nicht eine so unsympathische Ausstrahlung, dass man der rachsüchtigen Chelsea nicht böse sein kann. Sie ist gemein, aber witzig und attraktiv. Er dagegen lässt uns völlig kalt. Ein Mann wie Seth hat keine Würde und kein gutes Aussehen zu verlieren.In fünf Berliner Kinozentren

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