POETIKElisabeth Edl über Grenzen des Übersetzens : Comment dire? Wie sagen?

Noemi Hahnemann

Seit dem Wintersemester 2007/2008 kommen auf Einladung des Deutschen Übersetzerfonds und der Freien Universität Berlin alljährlich namhafte Übersetzer nach Berlin, um öffentlich über ihre Arbeit nachzudenken. Ob es Frank Günther war, der Shakespeare ins Deutsche brachte, Burkhart Kroeber, der sich mit Umberto Eco einließ oder Rosemarie Tietze mit Tolstoi: Sie alle haben der August- Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung ihr je besonderes Gepräge gegeben.

Mit der in München lebenden Österreicherin Elisabeth Edl stellt sich nun eine vielfach preisgekrönte Übersetzerin französischer Literatur am Peter-Szondi- Institut vor. Ihr Werk ist geprägt von der intensiven Beschäftigung mit ausgewählten Autoren und ihren Werkzusammenhängen. Sie hat allein zwölf Bücher von Julien Green übersetzt, dazu die Romane von Patrick Modiano, gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Matz auch die „Cahiers“ von Simone Weil sowie die Lyrik und Prosa des großen Einzelgängers Philippe Jaccottet.

Aufmerksamkeit erregten auch ihre Neuübersetzungen der Klassiker des 19. Jahrhunderts: Stendhals „Rot und Schwarz“ (2004), „Die Kartause von Parma“ (2007) und Gustave Flauberts „Madame Bovary“ (2012), die sie im Carl Hanser Verlag herausgegeben und ausführlich kommentiert hat. Ihre Antrittsvorlesung beschäftigt sich nun mit den Grenzen der Interpretation in der literarischen Übersetzung. Noemi Hahnemann

Österreichisches Kulturforum, Mi 30.10., 19.30 Uhr, Eintritt frei. Anmeldung erforderlich bis Fr 25.10. unter mail@uebersetzerfonds.de oder 030-80490856

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