Kultur : Poetische Netzwerke

Das 3. internationale Literaturfest Berlin präsentiert sich höchst vital

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Festivalleiter Ulrich Schreiber geriet gestern bei der Präsentation des Literaturfestprogramms ins Schwärmen, so sehr, dass seine Assistentinnen ihm ihre Armbanduhren vorhalten mussten. Aber die Journalisten freuten sich über derart mitreißende kulturelle Begeisterung in pekuniär harten Zeiten – und darüber, dass auch fürs nächste Jahr immerhin schon eine Sockelfinanzierung durch die Kulturstiftung des Bundes sicher ist.

Mit 322 Veranstaltungen an verschiedensten Orten in Berlin wird das 3. internationale Literaturfest vom 10.–21. September einen Einblick in die globalen Netzwerke der Literatur geben, von Nobelpreisträgern wie Grass und Kertész über immer noch zu wenig bekannte Großmeister wie Bora Cosic und Nuruddin Farah bis hin zu literarischen Hoffnungsträgern wie Etgar Keret oder László Darvasi. Das Netzwerk der Dichtung spannt sich nie nur durch den Raum, sondern auch tief in die Zeit – daran gemahnt in diesem Jahr eine neue Sparte: „Erinnerung, sprich“ nennt sich nach Nabokov die Veranstaltungsreihe, die von der Bibel über Ovid bis Nabokov die jung gebliebenen Stimmen der großen Texte präsentiert.

In der Filmreihe „Literatur auf Celluloid“ werden nicht nur Literaturverfilmungen, sondern auch Drehbuchrealisationen und Regiearbeiten von Autoren vorgestellt. Es gibt ein Musikprogramm, verschiedene Workshops, eine Jugendliteraturreihe und ein Symposium „Drifting Continents“ zum Thema Altes Europa – Neues Amerika. Einen Überblick gibt die Homepage: www.literaturfestival.com . mel

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