Kultur : Polen, der neue Staat

KUNST

Bernhard Schulz

Aus dem Zerfall von Zarenreich und Donaumonarchie entstand 1918 das neue Polen. 21 Jahre hatte die Republik Bestand, ehe Hitler und Stalin sie zerstörten. Unter dem Titel „Der neue Staat“ macht jetzt eine Ausstellung des Wiener Leopold-Museums mit der polnischen Kunst der Zwischenkriegszeit bekannt. Es ist dies die erste große Sonderausstellung in dem der österreichischen Kunst gewidmeten Haus (Museumsquartier, bis 31. März, Katalog bei Hatje Cantz, 32,90 €).

Eine bedeutende Rolle nahm dabei der Staat als Auftraggeber ein. Auch die Avantgarde machte sich auf die Suche nach nationalen Wurzeln. Was ist polnisch an der polnischen Kunst? Die Ausstellung beantwortet diese Frage mit einem Kaleidoskop verschiedenster Stile, wie sie sich nebeneinander entwickelten, die Einflüsse von Akademie, Jugendstil, Expressionismus, Sachlichkeit oder Abstraktion verarbeitend. Es gab Gruppen wie „Bunt“, „Blok“ oder „Kapisci“, die nach Berlin, nach Paris oder Moskau Kontakt hielten (Malewitsch hatte eine seiner beiden Auslandsausstellungen zu Lebzeiten in der polnischen Hauptstadt), und auch Wien kam mit der Gemeinschaftsausstellung polnischer Künstler in der „Secession“ 1928 wieder in den Blick.

Der Vielgestaltigkeit dieser Jahre entsprechend, ist die Ausstellung in sieben Kapitel unterteilt–gruppiert um einen Zentralraum, der den wiedererstandenen Nationalstaat als Bezugspunkt aller künstlerischen Strömungen hervorhebt.

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