Kultur : "Polen - was liegt näher?"

AMORY BURCHARD

Polnische Plakate, polnischer Jazz, polnischer Dokumentarfilm, polnische Literatur- und Theateravantgarde: Markenzeichen, mit denen sich das Nachbarland in der kommenden Woche in Berlin präsentiert.Das Kulturprogamm der vom Kulturinstitut in der Karl-Liebknecht-Straße, von der Außenstelle der Botschaft, vom Europäischen Informationszentrum und vom Tagesspiegel organisierten "Polnischen Woche" vom 2.bis 8.Juni ist ebenso hochkarätig und vielfältig wie das "politische" mit Vorträgen, Konferenzen und Diskussionen.Prüfstein des nachbarschaftlichen Zusammenspiels ist das gemeinsame Konzert des jungen Kammerensembles Sinfonietta Cracovia und des RIAS-Jugendorchesters am 3.Juni um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie.Unter der Leitung von Jerzy Maksymiuk spielen die Berliner ein Klavierquintett von Robert Schumann, die Krakauer ein Konzert für Violine und Kammerorchester von Andrzej Panufnik und ein Klavierkonzert von Mozart mit deutscher Bläserverstärkung.Alle zusammen spielen ein Konzert für Streicher von Grazyna Bacewicz.

Literarischer Höhepunkt der Polnischen Woche ist eine Lesung der polnisch-jüdischen Autorin Hanna Krall aus ihren literarischen Reportagen "Existenzbeweise" am 5.Juni um 18.30 Uhr im Kulturinstitut.Das Berliner polnische Off-Theater "Babcia Zosia" (Oma Zosia) führt im gleichnamigen Stück vor, wie eine einfache polnische Frau vom Dorf die Russen, die Deutschen, den Sozialismus und die katholische Kirche überlebte, zu sehen am 3.Juni um 18 Uhr im Kulturinstitut.Das zeitgenössische Dokumentarfilmfestival "Wo liegt Polen" läuft ab Freitag in der Filmbühne am Steinplatz.Schon am 2.Juni um 18 Uhr eröffnet der Begründer der Schule des polnischen Plakats, Jan Lenica, seine Ausstellung im Kulturinstitut.Von ihm stammt auch das Wappentier der Polnischen Woche: ein kunterbunter Vogelmensch, der Berlin ein Füllhorn der polnischen Künste anbietet.

Das volle Programm unter Tel.: 247 58 10.

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