Kultur : POLIT-DRAMA

Buongiorno, notte – Der Fall Aldo Moro

Jan Schulz-Ojala

55 Tage wurde er von den linken Terroristen der Roten Brigaden gefangen gehalten – der christdemokratische „presidente“ Aldo Moro, der die Annäherung an die Kommunisten betrieben hatte. Am 9. Mai 1978 wurde er erschossen im Kofferraum eines Autos aufgefunden. Aus der Perspektive des Entführerquartetts schildert „Buongiorno, notte“ die Wochen der Haft – weniger als packendes Dokudrama denn als bewegendes Kammerspiel allseits verlorener Seelen. Die Terroristin Chiara (Maya Sansa) ist es, die zumindest in ihren Träumen Menschlichkeit bewahrt, und Moro selber, großartig verkörpert von Robert Herlitzka, macht mit Klarheit und Gelassenheit den historischen Gewalt-Irrtum der entgleisten Linken vollends offenkundig. Triftiges Terroristen-Kammerspiel. Jan Schulz-Ojala

„Buongiorno, notte“, I 2003, 106 Min., R: Marco Belloccio, D: Maya Sansa, Luigi Lo

Cascio, Roberto Herlitzka

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