Polit-Revue : "Rock 'n' Roll" kommt nach Berlin

Mit stürmischem Beifall ist im Nationaltheater in Prag die Polit-Revue "Rock 'n' Roll" aufgenommen worden. Ab Mai soll das Retro-Drama im Berliner Renaissance-Theater zu sehen sein.

Prag - Das Stück des britischen Dramatikers Tom Stoppard handelt von der Freiheitsliebe von Musikern in einem totalitären System am Beispiel der Tschechoslowakei. Bei der tschechischen Premiere waren am Donnerstagabend neben Stoppard auch Außenminister Karel Schwarzenberg, viele Diplomaten sowie zahlreiche ehemalige Regimegegner anwesend. "Das war der schönste Moment meines künstlerichen Schaffens", sagte der 1937 in der mährischen Stadt Zlín geborene Stoppard nach der Aufführung.

Sein dreistündiges Werk spannt einen Bogen vom Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die CSSR 1968 bis zu einem Konzert der Rolling Stones in Prag 1990. Im Mittelpunkt steht die tschechische Rock-Band "The Plastic People of the Universe", deren Verhaftung 1976 ein Impuls für die Bürgerrechtsbewegung um Vaclav Havel war. Mit mittlerweile grauen, aber weiter schulterlangen Haaren und in Straßenkleidern stand die legendäre Gruppe am Donnerstagabend als umjubelter Akteur auf der Bühne des Nationaltheaters. "Rock 'n' Roll" hinterfragt auch, ob freie Kunst politisch ist. Untermalt wird das Stück mit Musik von Pink Floyd, Velvet Underground und U2.

Zur Uraufführung in London im Juni 2006 war neben Havel, dem das Stück gewidmet ist, auch Stones-Sänger Mick Jagger erschienen. Mittlerweile erhielt es den Preis der Londoner Theaterkritik ("Evening Standard Award"). Stoppard war 1967 mit "Rosencrantz und Güldenstern sind tot" international bekannt geworden. Als deutsche Uraufführung werde "Rock n Roll" am 13. Mai unter der Regie von Antoine Uitdehaag im Renaissance-Theater Berlin in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen gezeigt, hieß es in Prag. (tso/dpa)

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